Hol- und Bringzone: Grundschule in Bornheim richtet Elternhaltestellen ein

Hol- und Bringzone : Grundschule in Bornheim richtet Elternhaltestellen ein

Tagtäglich kommt es aufgrund von Elterntaxis an der Grundschule Waldorf zu gefährlichen Situationen für die Schüler. Zur Entschärfung ist nun eine Hol- und Bringzone an sechs Parkplätzen eingerichtet worden.

Wer das Schulgebäude am Ende der steilen Sandstraße morgens zu Fuß erreicht hat, hat auf jeden Fall schon ein kleines Fitness-Programm hinter sich und kann frisch in den Schultag starten. Jedoch setzen viele Familien lieber aufs Eltern-Taxi statt auf Frühsport. Tagtäglich kommt es deshalb morgens und nachmittags zu gefährlichen Situationen für die Grundschüler. Um das Verkehrschaos vor der Schule zu entschärfen, hat die Stadt Bornheim nun eine „Hol- und Bringzone“ eingerichtet. Sechs Parkplätze an der Sandstraße gegenüber der Hausnummer 93 werden zeitweise in „Elternhaltestellen“ umgewandelt.

Eltern können ihre Kinder dort ab sofort von Montag bis Freitag zwischen 7 und 8.30 Uhr aussteigen lassen und von 12.30 bis 16.30 Uhr wieder abholen. Den restlichen Weg zur Schule und wieder zurück gehen die Kinder zu Fuß. „Die Initiative ging von der Schulpflegschaft aus“, berichtet Schulleiterin Petra Domscheit. Mit Plänen und Vorschlägen waren die Schulpflegschaftsvorsitzende Katrin Gebauer und ihre Mitstreiter nach den Sommerferien auf die Stadt zugegangen. „Wir sind sehr dankbar, dass unser Anliegen so schnell umgesetzt wurde“, so Domscheit.

Parkverbot an der Elternhaltestelle

Innerhalb der auf entsprechenden Schildern angegebenen Zeiträume herrscht an der Elternhaltestelle ein Parkverbot. Autofahrer dürfen also höchstens drei Minuten dort anhalten. Die Zeiten dieser Haltestelle wurden an die Öffnungszeiten der Schule angepasst, um die Beeinträchtigung für Anwohner möglichst gering zu halten. „Die Anwohner wurden im Dezember über die neue Hol- und Bringzone informiert“, erklärt Kyra Salzwedel vom Straßenverkehrsamt Bornheim. Bisher habe sie eine positive Rückmeldung erreicht: „Eine Anwohnerin hat die neue Regelung ausdrücklich begrüßt und hofft, dass sich die Situation verbessert“, so Salzwedel.

Die Hol- und Bringzone an der Grundschule Waldorf sei die erste im Bornheimer Stadtgebiet. Aber auch an anderen Schulen sei dieses Modell denkbar.

Mehr Kinder sollen Weg zu Fuß gehen

Wie Katrin Gebauer berichtet, werden morgens rund 30 Prozent und nachmittags rund 38 Prozent der Waldorfer Grundschüler mit dem Auto zur Schule gebracht beziehungsweise abgeholt. Ziel dieser und anderer Initiativen sei es, dass wieder mehr Kinder den Schulweg zu Fuß zurücklegen. „Wir haben sogenannte „Walking Busses“ eingerichtet. Schüler können sich an speziellen Sammelpunkten treffen und den Schulweg von dort aus gemeinsam zurücklegen.

„Das trainiert nicht nur das Verhalten der Schüler im Straßenverkehr, sondern fördert auch die Gemeinschaft.“ Im Zuge der Einführung der Hol- und Bringzone wurden auch für die Eltern, deren Nachwuchs den Kindergarten „Flora“ besucht, eigene Parkflächen eingerichtet. Dort ist das Parken für eine halbe Stunde erlaubt, sodass der Nachwuchs in Ruhe zur Kita begleitet werden kann.

Bürgermeister Wolfgang Henseler appelliert an alle Eltern, die mit dem Auto kommen, das neue Angebot zu nutzen und sich an die vorgegebene Parkregelung zu halten. Das Ordnungsamt der Stadt werde den Bereich verstärkt kontrollieren.

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