Lärm durch Jugendliche in Swisttal: Musik und Motorenlärm bis zum Morgen in Heimerzheim

Lärm durch Jugendliche in Swisttal : Musik und Motorenlärm bis zum Morgen in Heimerzheim

Anwohner beklagen massive Ruhestörungen hinter dem Alten Kloster in Heimerzheim. Polizei hat bereits mehrfach Platzverweise ausgesprochen. Stärkere Kontrollen sollen Abhilfe schaffen.

Massiv um ihre nächtliche Ruhe gebracht sehen sich Anwohner der kleinen Parkanlage und des Parkplatzes hinter dem Alten Kloster in Heimerzheim. Insbesondere an den Wochenenden halten laute Musik und aufheulende Motoren sie bis zum frühen Morgen wach. „Es ist nur noch eine einzige Katastrophe“, schildert eine Anwohnerin dem GA die Lage. Nach dem jüngsten Wochenende ist die Geduld der Anwohner am Ende: Sie wollen sich zusammenschließen und Abhilfe von der Gemeinde fordern, etwa durch den stärkeren Einsatz des Sicherheits- und Ordnungsdienstes.

Der Motorenlärm von Mopeds und Autos mit auswärtigen Kennzeichen, die Musik und das Partymachen, aber auch die Gefährdung durch zerborstene Glasflaschen und Vermüllung etwa durch Pizza-Kartons nähmen in den vergangenen Wochen überhand, sagt eine Nachbarin. Jungen wie Mädchen urinieren im Grünbereich, hat sie beobachtet. „Dabei spielen auf der Wiese auch die kleinen Kinder“, sagt sie.

Ihre Pizza lassen sich die Jugendlichen auch zu dem Parkplatz liefern. Oder besser gesagt: sie lassen sie an die Adresse von Nachbarn liefern, wie eine Anwohnerin selbst erlebt hat. Ein Pizzabote habe bei ihr geklingelt und eine Bestellung unter ihrer Anschrift liefern wollen. Als sie die Annahme verweigert habe, weil sie keine Pizza bestellt hatte, habe der Bote eine Handynummer angerufen, über die die Bestellung gemacht wurde: „Man hörte das Handy auf dem Parkplatz klingeln und ein junger Mann rief: Hier sind wir!“

Seinen Namen will niemand der Anwohner in der Zeitung lesen, aus Sorge, dass sich die Jugendlichen „rächen“ könnten. Mehrfach sei die Polizei gerufen worden und auch erschienen – ohne nachhaltigen Effekt. Auch der von der Gemeinde beauftragte Sicherheitsdienst, der an der Georg-von-Boeselager-Schule und am Velten-Platz kontrolliert, sei schon am Parkplatz Altes Kloster gewesen. „Die gehen dann über den Platz, leuchten in die Ecken und sind dann wieder weg“, schildern die Nachbarn.

Aus polizeilicher Sicht bestätigte Polizeisprecher Simon Rott dem GA, dass in der Nacht zu Samstag, 1. Juni, „die Kollegen mehrfach zwischen 2 Uhr und 3.50 Uhr vor Ort“ gewesen seien. „Bei unserem ersten Erscheinen wurde eine Person angetroffen, die an der Örtlichkeit aufgeräumt hat. Nachdem Anwohner uns erneut informiert hatten, dass mehrere Personen nun zurückgekehrt seien, sind die Kollegen noch einmal hingefahren. Dabei wurden mehrere Personen angetroffen, Platzverweise ausgesprochen und Folgemaßnahmen angedroht“, so Rott.

„In der folgenden Nacht zu Sonntag sind keine Einsätze an der Örtlichkeit protokolliert, allerdings am Wochenende 24./25. Mai. Auch dabei wurden jeweils mehrere Personen angetroffen und Platzverweise ausgesprochen.“

Heimerzheims Ortsvorsteher Hermann Leuning kennt die Situation, denn die Anwohner haben sich auch an ihn gewandt. „Es ist immer dasselbe Problem. Ich erkläre den Leuten aber immer, dass es nicht die Jugendlichen aus der OT sind“, ist ihm wichtig. Er selbst sei schon mehrmals vor Ort am Alten Kloster und am Velten-Platz gewesen, um mit den Jugendlichen zu sprechen wegen des Mülls und des Lärms.

Eine Lösung sieht der Ortsvorsteher in der Freizeitanlage an der Viehtrift. Er will noch einmal versuchen, den vorerst gescheiterten Plan eines Fitness-Outdoor-Parcours am Standort zu realisieren, weil durch die angekündigte Nutzung von Georg-von-Boeselager-Schule, Laufgemeinschaft und Bundespolizei dort die soziale Kontrolle gegeben sei. Um Autos vom Gelände fernzuhalten, hat die Gemeinde einen Poller in der Zufahrt installiert.

Der Gemeinde ist die Situation am Alten Kloster nach Hinweisen von Anwohnern bekannt, wie der Pressesprecher Bernd Kreuer dem GA bestätigte. Deshalb sei zunächst der Sicherheitsdienst mit Zusatzkontrollen beauftragt worden. Wenn zum 1. Juli der Ordnungsdienst personell aufgestockt werde, werde die Gemeinde schauen, was von dieser Seite zusätzlich geleistet werden könne. Auch mit der Polizei sei die Gemeinde im Austausch, damit die Situation sich über den Sommer nicht noch mehr hochschaukele.

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