Mehr Wohnraum in Swisttal: Neue Familienhäuser für Heimerzheim geplant

Mehr Wohnraum in Swisttal : Neue Familienhäuser für Heimerzheim geplant

Auf drei Baufeldern in der Gemarkung "Hinter dem Hambach" sind Eigenheime und Mehrfamilienhäuser geplant. Politiker debattieren über Infrastruktur. Im Baugebiet "Am Burggraben" sollen auf 28000 Quadratmetern Häuser und Wohnungen entstehen.

Die Nachfrage nach Wohnraum ist groß. Aber wie viel Zuzug kann die Infrastruktur der Gemeinde verkraften? Vor dieser Frage steht auch Swisttal. In Heimerzheim könnten weitere Baugebiete ausgewiesen werden. So hat eine „Interessengemeinschaft Kammerfeld“ der Eigentümer von Grundstücken „Hinter dem Hambach“ am westlichen Ortsrand im Anschluss an die Bebauung „Im Kammerfeld“ die Aufstellung eines Bebauungsplans beantragt. Insgesamt handelt es sich bei dem Gebiet um drei Baufelder: Nord, Mitte und Süd.

Allein das Baufeld Nord, für das die Interessengemeinschaft den Bebauungsplan wünscht, hat eine Gesamtfläche von rund 23 000 Quadratmetern. Für das gleich daneben liegende Baufeld Mitte hat ein Projektentwickler für die Eigentümer „im wesentlichen“ vier frei stehende Einfamilienhäuser, 24 Einfamilien-Doppelhäuser und sechs Mehrfamilienhäuser mit circa 30 Wohneinheiten vorgesehen. Die frei stehenden Häuser sollen in eingeschossiger Bauweise und die Geschosswohngebäude in dreigeschossiger Bauweise errichtet werden. Im Baufeld Süd ist für weitere zehn Flurstücke ein skizzenhaftes Bebauungskonzept der Eigentümer vorgelegt worden.

Kindergarten soll auch gebaut werden

Diese Flächen „Hinter dem Hambach“ (Bebauungsplan Hz 38) sind aber noch nicht alles. Für Heimerzheim ist zudem ein weiteres, rund 28 000 Quadratmeter großes Baugebiet „Am Burggraben“ (Hz 39) beantragt. Dieses Plangebiet schließt südlich an die Bebauung „Burglindchen“ an und liegt zwischen Parkstraße und Birkenallee sowie dem südlich verlaufenden Wassergraben. Auf der zurzeit landwirtschaftlich genutzten Fläche sind verschiedene Wohnformen vorgesehen: Einfamilien- und Doppelhäuser ebenso wie Mehrfamilienhäuser. Für dieses Gebiet „Am Burggraben“ laufen bereits seit Ende 2016 Abstimmungen zwischen Projektentwickler und Verwaltung, die das Planungsvorhaben wegen der hohen Nachfrage nach Wohnraum begrüßt. Auch eine Fläche für eine Kita soll in dem Gebiet vorgesehen werden. Wie viele Wohneinheiten entstehen, könne im jetzigen Planungsstadium noch nicht gesagt werden, so Dirk Braun vom Fachgebiet Gemeindeentwicklung.

Im Planungs- und Verkehrsausschuss wollten die Fraktionen die genannten Gebiete nicht einzeln, sondern im Zusammenhang betrachten. Insbesondere in Hinblick auf die Folgen für die Infrastruktur. „Wir haben doch schon jetzt ein Defizit an Kindergarten- und Grundschulplätzen“, stellte Peter Langes (BfS) fest. Auch die SPD sah die Vorhaben kritisch. „Wir sehen zwar auch die Situation der Suche nach Wohnraum. Aber wir haben heute schon das Problem, dass wir mit der Infrastruktur nicht mehr hinterherkommen“, sagte Joachim Euler.

Fraktionen beraten über Projekte

Während Jürgen Pump (CDU) das Gebiet „Am Burggraben“ noch vor „Hinter dem Hambach“ entwickeln wollte, sah die SPD das genau umgekehrt. Dieser Reihenfolge schloss sich Monika Goldammer (FDP) zwar an, bezweifelte aber grundsätzlich, dass in der Sitzung schon „alle wichtigen Kriterien“ für eine Beurteilung ausreichend betrachtet seien. Für das Gebiet „Hinter dem Hambach“ sei etwa ein aussagekräftiges Verkehrskonzept notwendig.

Nicht nur für dieses Gebiet, sondern für Heimerzheim insgesamt sei ein Verkehrsgutachten erforderlich, so Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner. Sie fand, dass die Planungen für das Gebiet „Am Burggraben“ am weitesten fortgeschritten und daher die Realisierung am schnellsten möglich sei. Anders als die Verwaltung, die eine zeitlich gestaffelte Entwicklung der drei Baufelder „Hinter dem Hambach“ vorgeschlagen hatte, wollte Michael Wochnik (SPD) ein Gesamtkonzept für alle drei Baufelder gleichzeitig haben, um eine „homogene Siedlung und Arrondierung zum Ortsrand“ zu erreichen. Gleichzeitig müsse man sich intensiv mit den Konsequenzen für die Infrastruktur beschäftigen. Für die Grünen forderte Sven Kraatz „nicht kurzfristiges, sondern langfristiges Denken und ein Konzept, wo wir hin wollen.“ Die Projekte werden jetzt erst einmal in den Fraktionen beraten, ehe sie erneut im Ausschuss behandelt werden.

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