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Landwirtschaft in der Voreifel: Saatgut-Zentrale feiert zehnjähriges Jubiläum

Landwirtschaft in der Voreifel : Saatgut-Zentrale feiert zehnjähriges Jubiläum

Die Raiffeisen-Warenzentrale feiert den zehnten Geburtstag ihres Kompetenzzentrums in Meckenheim. 40 Tonnen Weizen könnten in der Ankunftshalle abgeschüttet werden.

Als eines der führenden Kompetenzzentren für Saatgut und Sorten feierte in Meckenheim jüngst die Raiffeisen-Warenzentrale (RWZ) ihr zehnjähriges Bestehen im Industriegebiet der Apfelstadt. Zum großen Fest eingeladen waren Vertreter von Genossenschaften, Kunden, Handel und Beratung. „Saatgut und Sorte sind heute zentrale Betriebsmittel und werden in Zukunft entscheidend sein“, sagte RWZ-Vorstandsmitglied Martin Schuldt.

Damit bezog er sich auf Herausforderungen wie die Düngeverordnung, den zunehmenden Wegfall von Pflanzenschutzmitteln und den Klimawandel. „In Zukunft werden wir noch professioneller Saatgut herstellen“, bestätigte Josef Planken, Leiter der Saatgutabteilung der RWZ in Köln. „In der Sorte kann man Eigenschaften der Pflanze verankern, sodass sie weniger Dünger benötigt, weniger anfällig für Pflanzenkrankheiten ist und eine höhere Trockentoleranz aufweist.“

Den derzeitigen Stand der Technik und Produktionsabläufe erläuterte Betriebsleiter Ulrich Axer im Rahmen einer Betriebsführung. Mit hohen Investitionen, Betriebserweiterungen und Professionalisierung sei die Produktion von etwa 6000 Tonnen jährlich auf derzeit mehr als 12.000 Tonnen gestiegen. Seit vier Jahren könne man auch Maisbeize anbieten und als erstes Unternehmen in Deutschland sei man nun auch vom Tüv zertifiziert.

Ankunftshalle in Meckenheim: Platz für 40 Tonnen Saatgut

Dass die Vermehrung von Saatgut in der Landwirtschaft nichts mehr mit der einfachen Aussaat im Vorjahr aufgesammelter Körner zu tun hat, wurde auf dem Weg durch die Ankunftshalle, die Reinigungs- und Verpackungsbereiche des Betriebs deutlich. 40 Tonnen Weizen könnten in der Ankunftshalle abgeschüttet werden, erklärte Axer. Weil einer der Schlüssel zum Erfolg die Reinheit des Saatgutes sei, reinige man diese Halle sofort nach der Anlieferung und dem Weitertransport der Körner zum nächsten Verarbeitungsschritt mit einem ausgeklügelten Luftsystem.

Deshalb handele es sich um einen Bau ohne Spalten, Lüftungslöcher oder Ritzen. Im nächsten Schritt entferne man den Staub von den Körnern. Allein 287 Tonnen Staub und Schmutz wurden im Vorjahr fachgerecht über entsprechende Firmen entsorgt, sagte der Betriebsleiter. In verschiedenen Schritten wird das Saatgut schließlich sortiert, ein spezieller Scanner liest das für Menschen toxische Stoffe ausscheidende Mutterkorn aus der Masse der Körner.

Abschließend findet die chemische Beize in der hochmodernen Anlage statt, um das Saatgut vor Krankheiten zu schützen. Derzeit sei die elektronische Beize des Saatgutes ohne Chemikalien in der Entwicklung, so Axer.