Stadt will Bürger einbinden: Meckenheimer sollen beim Klimaschutz mitreden

Stadt will Bürger einbinden : Meckenheimer sollen beim Klimaschutz mitreden

Die Stadt Meckenheim will Bürger beim Thema Klimawandel einbinden - auch, wenn der Klimanotstand nicht ausgerufen werden solle. Die Stadt erfülle viele Forderungen bereits jetzt.

Den Klimanotstand wolle man nicht ausrufen, so las man kürzlich die einhellige Meinung der Bürgermeister der linksrheinisch gelegenen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises. Viele Forderungen der Umweltverbände erfülle die Apfelstadt bereits jetzt, stellte Bürgermeister Bert Spilles fest. Warum und was man bereits tut und noch tun will, war eines der Hauptthemen im jüngsten Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt.

Aktueller und künftiger Klimaschutz in Meckenheim, die Resolution zur Ausrufung des Klimanotstands, Kiesgärten und bienenfreundlich gestaltete Grünflächen standen auf der Tagesordnung. Zudem fragte Bürgerin Heike Rudorf nach der Bewirtschaftung der Ausgleichsflächen, die die Stadt für Baumaßnahmen geschaffen habe. Ihrem Eindruck nach war gemäht worden, obwohl das die Entwicklung von Schmetterlingen und anderen Insekten störe. Ihrer Meinung nach müssten die Kompensationsflächen vollständig der Natur überlassen werden.

Ausgleichsflächen seien nicht zwangsläufig immer vollständig der Natur überlassene Flächen, sondern nach den entsprechenden Vorgaben durchmischte Flächen, informierte Waltraud Leersch, Fachbereichsleiterin Stadtplanung und Liegenschaften. In diesem Fall handele es sich um eine Mahd. Zudem würden einige der Ausgleichsflächen derzeit noch von Landwirten bearbeitet, weil der weiterhin angestrebte Ausgleich noch nicht vollständig wiederhergestellt sei.

Insgesamt, so betonte Bürgermeister Bert Spilles, brauche sich Meckenheim angesichts der Frage nach Klimaschutzmaßnahmen nicht zu verstecken. Schon seit zwölf Jahren beschäftige man sich mit dem Thema, weshalb man sich nicht am Anfang, "sondern mittendrin in einer erfolgreichen Umsetzung von Klimaschutz und Klimafolgeanpassungsmaßnahmen" sah, lautete es schließlich.

Weitgehende Einigkeit herrschte darüber, dass man "zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen heute und in Zukunft einen dringenden Handlungsbedarf beim Schutz unseres Klimas und der Bewältigung der bereits eingetretenen und noch zu erwartenden Klimafolgen" sehe. Handlungsschwerpunkte seien weiter verstärkter Einsatz regenerativer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz, Kohlendioxid-reduzierende Ausführung der kommunalen Infrastruktur, Anpassung an den Klimawandel und der Aufbau und die Wiederherstellung natürlicher Kohlendioxid-Senker wie Wälder. Zudem strebe man eine grüne Stadt, kurze Wege und zukunftsfähige Mobilitätsformen an.

Das in Auftrag gegebene Klimafolgenanpassungskonzept sei Anlass, diese Prozesse in Zukunft verstärkt fortzuführen. Zudem beauftragte man die Verwaltung, Gremienbeschlüsse künftig auf ihre Klimafolgenrelevanz hin zu prüfen und die wirtschaftlich und sozial vertretbare klimafreundlichste Variante umzusetzen. Mehr klimafreundliches Handeln wünschte man sich auch in der Bürgerschaft. Die immer wieder entstehenden Kiesgärten oder zugepflasterte Vorgärten diskutierten die Ausschussmitglieder nicht nur wegen der Insektenfeindlichkeit solcher Areale.

Das Regenwasser, das in einem gemäß geltender Bauvorschriften angelegten Vorgarten verhältnismäßig schnell versickern würde, flösse dort auf öffentliche Flächen, deren Kanäle bei Starkregen ohnehin überlastet seien, hörte man von mehreren Parteien. Zudem führen die Steine in Hitzeperioden zu zusätzlichen Temperaturanstiegen um mehrere Grad Celsius.

Hierzu habe die Stadt Meckenheim in einigen Meckenheimer Straßen kürzlich einen "grünen Brief" eingeworfen. Hierin wird der Unterschied zu einem echten Steingarten und der Beschattungseffekt durch entsprechende Bepflanzung erläutert und eine Beratung angeboten. Auch die Rufnummer für Beratungen 0 22 25/91 71 65 und die E-Mail-Kontaktmöglichkeit susanne.reven@meckenheim.de ist darin angegeben. "Leider haben wir bisher dazu keine einzige Rückmeldung erhalten", hörte man aus der Verwaltung.

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