Konzert zum Beethovenfest: Beethoven zu Gast in Meckenheim

Konzert zum Beethovenfest : Beethoven zu Gast in Meckenheim

Die 13-jährige Solistin Julia Dueñas glänzt beim Gastspiel der Deutsche Streicherphilharmonie mit einer Haydn-Interpretation in der Meckenheimer Jungholzhalle. Rund 550 Gäste waren gekommen.

Rund 550 Gäste strömten am Wochenende zu einem Konzert höchster Qualität in die Jungholzhalle in Meckenheim. Im Rahmen des Beethovenfests Bonn spielte die Deutsche Streicherphilharmonie mit rund 60 jungen Musikern von zwölf bis 19 Jahren sowie der Solistin Julia Dueñas unter der Leitung des Dirigenten Wolfgang Hentrich.

Bevor die erst 13-jährige Solistin auf die Bühne trat, gab es allerdings eine Hürde. „Bei der Probe ist ihr Bogen entzweigebrochen“, erklärte Hentrich und erinnerte das Publikum daran, wie vertraut ein Musiker mit seinem Bogen in zahllosen Proben und Konzerten wird. „Sie wird trotzdem spielen“, kündigte er an, nämlich mit ihrem Ersatzbogen. Anzumerken war dem Ausnahmenachwuchstalent die ungewohnte Situation kaum. Innerhalb weniger Minuten ließ sie sich wiegend in die Musik der Philharmoniker fallen und brillierte hochkonzentriert in perfekter Abstimmung mit den einfühlsam und auf den Punkt spielenden Nachwuchsmusikern.

Dass sie in ihrem Alter Werke von Joseph Haydn spiele, sei überhaupt ungewöhnlich, erfuhr man von Projektkoordinator Lennart Wegner. Das sei schon sehr anspruchsvoll, erklärte er den Zuhörern. Aus Spanien stammt die junge Musikerin ursprünglich, nahm eine Zeit lang Unterricht in Dresden, zog jedoch um ihrer musikalischen Förderung Willen nach Wien. Hier besucht sie derzeit ein Musikgymnasium, wo sie von Tatjana Sotriffer unterrichtet wird. Julia Dueñas errang mit ihren musikalischen Leistungen zuvor bereits jeweils die ersten Preise des „Goldene Note“-Wettbewerbs, des Wettbewerbs „Jugend musiziert“, bei der „International Young Musician Competition“, dem Wettbewerb „Prima la Musica“ und den ersten Preis im Kammermusik in Treviso.

In der Apfelstadt wird dieses Konzert nicht das einzige seiner Art bleiben, hatte Bürgermeister Bert Spilles eingangs des Konzertabends angekündigt. „Dies ist der Auftakt von vielen Veranstaltungen, die in den nächsten Jahren im Rahmen des Beethovenfests hier in der Jungholzhalle stattfinden werden“, sagte Spilles.

An diesem Abend hörten die Gäste den ersten Satz aus „Eine kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart und das Konzert für Violine und Orchester C-Dur von Joseph Haydn aus dem Jahre 1765, Allegro moderato, Adagio und das Finale Presto. Nach der Pause genoss das Publikum den dritten Satz aus Ludwig van Beethovens Streicherquartett Nr. 16 in F-Dur, Lento assai e cantate tranquillo. Mit der Kammersinfonie in c-Moll von Dmitri Schostakowitsch setzten die junge Musiker einen beeindruckenden Schlusspunkt an einen perfekten Musikgenuss.

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