Nachfolge von Bert Spilles: Holger Jung will Bürgermeister in Meckenheim werden

Nachfolge von Bert Spilles : Holger Jung will Bürgermeister in Meckenheim werden

Die Meckenheimer CDU schlägt den Ersten Beigeordneten Holger Jung als Bürgermeisterkandidat vor. Jetzt sind die Mitglieder gefragt.

Auf den Tag genau ein Jahr vor dem Urnengang zur Kommunalwahl am 13. September 2020 haben die Meckenheimer Christdemokraten das Geheimnis gelüftet, wen die Partei als Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken will. Es ist der derzeitige Vertreter von Verwaltungschef Bert Spilles (CDU): sein Erster Beigeordneter Holger Jung. Der Vorstand der CDU habe „mit großer Mehrheit“ einen entsprechenden Vorschlag der Findungskommission der Partei abgesegnet. Endgültig auf dem Kandidatenschild gehoben werden soll der 48-Jährige am Mittwoch, 30. Oktober. Dann entscheiden die rund 240 Mitglieder der Partei, wer für sie ins Rennen ums Rathaus starten soll.

Erster Beigeordneter der Stadt Meckenheim ist Holger Jung seit März 2013. Seine Amtszeit ist bis zum 28. Februar 2021 datiert. Nach seinem Jurastudium in Bonn arbeitete der Volljurist als Leiter der Rechtsabteilung der Königswinterer Stadtverwaltung. Später kamen die Haupt- und die Personalabteilung hinzu, ehe er Dezernent für Sicherheit, Ordnung, Schule, Sport, Kultur, Soziales und Jugend wurde. Er ist verheiratet und hat eine 13 Jahre alte Tochter.

„Wir haben einen Kandidaten ausgewählt, der viel Erfahrung, Fachwissen und Engagement mitbringt, und dem Meckenheim sehr am Herzen liegt“, sagte CDU-Parteichef Rainer Friedrich. „Wir sind zuversichtlich, die richtige Wahl getroffen zu haben. Insgesamt fünf Bewerber hätten sich bei der von der Partei eingerichteten, fünfköpfigen Findungskommission gemeldet. Das Gremium habe einen umfangreichen Kriterienkatalog angewandt, um den Bewerbern auf den Zahn zu fühlen. Parameter waren laut Friedrich unter anderem Leistungsmotivation, Fachkompetenz und Flexibilität, soziale Fähigkeiten und Vernetzung. „Holger Jung erzielte das beste Ergebnis“, so Friedrich.

Eine "Herzensangelegenheit"

Naturgemäß hocherfreut vom Votum von Vorstand und Findungskommission zeigte sich der designierte Bürgermeisterkandidat. „Jetzt kann es losgehen“, sagte Jung kämpferisch. Er lobte das „offene und transparente Verfahren“ der Kandidatenfindung und betonte, dass ihm „Meckenheim eine Herzensangelegenheit“ sei, die er weiter voranbringen wolle. Er wisse, worauf er sich einlasse, da sein Engagement als Beigeordneter „nicht ganz weit weg vom Zeitkontingent des Bürgermeisters“ sei, so Jung. Seine Familie trage die Kandidatur mit. „Sonst hätte ich nicht Ja gesagt“, erklärte er. Im ersten Schritt wolle er jetzt bei den Mitgliedern der CDU vor der Aufstellungsversammlung am 30. Oktober um ihr Vertrauen werben. Aber er blickte auch schon voraus. „Ich möchte für alle in Meckenheim wählbar sein“, sagte der 48-Jährige.

In Wachtberg-Berkum wuchs Holger Jung, der seit 18 Jahren Mitglied der CDU ist, auf. In Meckenheim spielte er vier Jahre lang Fußball beim SV Rot-Weiß Merl, ehe er zehn Jahre in der ersten Mannschaft des VfL Meckenheim spielte. In Wachtberg möchte Jung auch nach der Wahl zum Bürgermeister wohnen bleiben. „Die CDU steht für Familienfreundlichkeit“, betonte Jung. Darum sei ein möglicher Wohnortwechsel in der Findungskommission auch nicht prioritär erörtert worden. „Wichtiger war die Identifikation mit der Stadt, die Präsenz und die Vernetzung. Da bin ich gut aufgestellt“, so Jung. Seine Familie sei in Wachtberg verwurzelt, und „eine Residenzpflicht gibt es nicht“, fügte er hinzu. Innerhalb einer Viertelstunde sei er im Rathaus. Den CDU-Ortsverband wolle er hingegen wechseln.