Investoren bekunden Interesse: Werden in Bornheim Windräder gebaut?

Investoren bekunden Interesse : Werden in Bornheim Windräder gebaut?

Mehrere Investoren sind an einem Bau von Anlagen mit Windrädern in Bornheim interessiert. Infrage kommen dazu offenbar Flächen auf dem Ville-Rücken. Die Stadt lässt nun die Rechtsgrundlage prüfen.

Die Planungen für den Bau von Windrädern in Bornheim nehmen wieder Fahrt auf. Fünf Projektentwickler haben sich seit dem vergangenen Sommer bei der Stadtverwaltung gemeldet und ihr Interesse an dem Bau von Windkraftanlagen im Vorgebirge bekundet. Unter anderem handelt es sich dabei um die Stadtwerke Aachen (Stawag).

Auf Anfrage des General-Anzeigers bestätigten die Stawag ein grundsätzliches Interesse daran, in Bornheim Windräder bauen zu wollen. Im Blick hat das Unternehmen dazu offenbar Flächen auf dem Ville-Rücken, also oberhalb von Brenig, Waldorf und Hemmerich. Laut Stawag-Sprecherin Eva Wußing handelt es sich um eine erste Projektidee. „Es gibt noch ganz viele Konjunktive“, so Wußing.

Keine Prognose für Bornheimer Pläne

Aktuell sei man dabei zu schauen, ob das Gebiet passe und ob man Grundstücke bekommen könne. Laut Wußing beschäftigen sich die Stawag seit 20 Jahren mit erneuerbaren Energien. Ein hundertprozentiges Tochterunternehmen baue Windparks. Aktuell betreibe man bundesweit rund 20 Stück, davon zwei in Aachen. Was die Pläne für Bornheim betreffe, wolle sie keine Prognose abgeben, ob und wann das Projekt umgesetzt werde. Nach Angaben der Stadt Bornheim haben einige der interessierten Investoren bereits Verkaufsgespräche mit Grundstückeigentümern auf der Ville-Hochfläche zwischen Rösberg und Waldorf geführt.

Genau dort – auf dem „Rücken des Vorgebirges“ – will die Stadt den Bau von Windrädern allerdings verhindern. Der Bornheimer Rat hatte sich in der Vergangenheit gegen den Bau von Windrädern außerhalb der Windkonzentrationszone bei Sechtem ausgesprochen, vor allem am Ville-Hang. „Den Wildwuchs von Windrädern wollen wir nicht haben. Wir überlegen, wie wir das rechtlich steuern können“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Henseler. Der Rat habe immer Wert darauf gelegt, das Areal als schützenswerten Bereich zu erhalten, so Henseler.

Verwaltung beauftragt Fachanwaltskanzlei

Die Verwaltung hat daher eine externe Fachanwaltskanzlei beauftragt, die rechtlichen Grundlagen zu prüfen. Demnach soll geklärt werden, ob die aktuell ausgewiesene Windkonzentrationszone bei Sechtem noch ausreicht, um andere Standorte zur Windenergiegewinnung im Stadtgebiet auszuschließen. Zudem soll geprüft werden, ob in dieser Zone auch höhere Anlagen gebaut und wirtschaftlich betrieben werden können. Hintergrund ist, dass der ursprüngliche Interessent, das Unternehmen Enercon aus Norddeutschland, nach elfjähriger Planungsphase den Bauantrag für den Windpark aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit zurückgezogen hatte.

Für die Zone wurden dem Unternehmen nur drei anstatt sechs Windräder mit einer Höhe der Rotorenspitze von 150 Metern genehmigt. Mittlerweile können an windschwachen Standorten – wie sie in Bornheim vorliegen – auch deutlich höhere Anlagen mit Gewinn betrieben werden. Die Rotorenblätter der neueren Windrädergenration erreichen Höhen zwischen 200 und 240 Metern. Damit ließen sich bei einer Leistung von 3,5 Mega-Watt ein Jahresertrag von elf Millionen Euro erzielen. Die von Enercon geplante Anlage war nur mit vier Millionen Euro Jahresertrag kalkuliert gewesen.

Fünf Investoren zeigen Interesse

Laut Stadt haben alle fünf Investoren Interesse an dem Bau von höheren Anlagen gezeigt. „Die Verwaltung sieht daher in der aktuellen Situation Handlungsbedarf. Es ist nicht auszuschließen, dass Interessenten, die über geeignete Grundstücke im Außenbereich verfügen, bei Einhaltung der sonstigen üblichen Genehmigungsvoraussetzungen einen Genehmigungsantrag stellen könnten“, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung. Grundsätzlich entscheidet nicht die Stadt Bornheim über einen solchen Antrag, sondern der Rhein-Sieg-Kreis. Die Stadt Bornheim muss allerdings ihr Einverständnis geben. Bis zu den Sommerferien soll das Ergebnis der Fachanwälte vorliegen.

Mit dem Thema beschäftigt sich auch der Umweltausschuss im öffentlichen Teil seiner Sitzung am Donnerstag, 14. Februar, 18 Uhr im Ratssaal des Bornheimer Rathauses.

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