Kommentar zu Mobilstationen: Das Angebot muss stimmen

Kommentar zu Mobilstationen : Das Angebot muss stimmen

21 Haltestellen in Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg könnten zu sogenannten Mobilstationen ausgebaut zu werden. Die entwickelten Steckbriefe geben einen guten Überblick, wie es aussieht und was getan werden muss, kommentiert GA-Redakteur Christoph Meurer.

Braucht die S-Bahnhaltestelle in Alfter-Impekoven einen Kiosk? Oder der Bahnhof in Swisttal-Odendorf einen Fernbusanschluss? Sicher nicht. Dennoch ist die Arbeit des Expertenbüros Spiekermann und des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland (NVR) nicht zu verachten. In einer groß angelegten Untersuchung haben sie 460 Bahnhöfe und Haltestellen zwischen Aachen und Gummersbach unter die Lupe genommen.

Nach Ansicht der Fachleute eignen sich diese Standorte, zu sogenannten Mobilstationen ausgebaut zu werden. Darunter befinden sich auch 21 Haltestellen in Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg. In diesem Zusammenhang haben die Experten nachgesehen, welche Infrastruktur an den Haltestellen bereits vorhanden ist und welche nicht. Unter einer Mobilstation versteht man die Verknüpfung verschiedener Angebote, um eben mobil zu sein. Das können zusätzlich zur reinen Haltestelle etwa moderne Fahrradabstellplätze oder Park-and-ride-Flächen sein, aber auch Angebote für Carsharing oder Leihräder.

Ein guter Überblick

Dazu haben die Fachleute einen Kriterienkatalog mit Elementen für die Haltestellen zugrunde gelegt, die mehr oder weniger notwendig beziehungsweise wünschenswert wären. Unter Letzteres fallen solche Sachen wie ein Kiosk, ein öffentliches WC oder ein Fernbusanschluss.

Viele Dinge sind sicher nicht für jede der 21 untersuchten Stationen im Linksrheinischen notwendig. Allerdings geben die einzelnen für die Haltestellen erarbeiteten Steckbriefe den Kommunen einen guten Überblick darüber, wie es vor Ort aussieht und was getan werden muss, um die Stationen mindestens etwas attraktiver zu gestalten. Schließlich ist eine vernünftige Infrastruktur neben der Preisgestaltung und dem eigentlichen Bus- und Bahngebot ein wesentlicher Bestandteil eines attraktiven öffentlichen Personennahverkehrs.

Das hat natürlich seinen Preis. Ohne Fördergelder vom Land und vom Bund wird keine Kommune ihre Haltestellen großartig aufwerten können. Hier kommt dann wieder der NVR ins Spiel. Schließlich ist der Verband dafür zuständig, Förderanträge zu bearbeiten und Fördergelder an entsprechend unterstützenswerte Maßnahmen weiterzuleiten. Um mehr Menschen vom Auto in den ÖPNV zu bekommen, müssen alle an einem Strang ziehen.

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