Integration in Bornheim: Stadt schlägt Flüchtlingsheim am Maarpfad vor

Integration in Bornheim : Stadt schlägt Flüchtlingsheim am Maarpfad vor

Roisdorfs Ortsvorsteherin Gabriele Kretschmer sieht die Pläne für einen Festbau kritisch. Merten und Sechtem bringen derzeit die meisten Zufluchtsuchenden unter.

Die Stadt Bornheim schlägt eine Fläche am Roisdorfer Maarpfad für den Bau eines Flüchtlingsheims in Festbauweise vor. Wie berichtet, waren zuletzt zwei alternative Standorte für den Ort im Gespräch. Neben dem Maarpfad hatte die Verwaltung die Schussgasse in Betracht gezogen.

Wie Bürgermeister Wolfgang Henseler (SPD) jetzt sagte, werde die Verwaltung dem Schul- und Sozialausschuss den Roisdorfer Maarpfad sowie den Kuckucksweg in Hemmerich/Rösberg als Standorte für Festbauten zur Flüchtlingsunterbringung vorschlagen. Waren zunächst je 70 Plätze angedacht, plane die Stadt nun zwölf Wohneinheiten für Rösberg und zwölf bis 16 für Roisdorf. Es gehe um „normale Wohnungen“ mit zwei bis drei Zimmern, die später auch allgemein als preisgünstiger Wohnraum zur Verfügung stehen könnten, so Henseler.

Zudem soll der Ausschuss über eine Fläche in Merten hinter dem Friedhof beraten, um Ersatz für das Flüchtlingsheim an der Brahmsstraße zu schaffen. Um eine Ersatzfläche geht es zudem in Widdig: Hier ist angedacht, die Containerbleibe vom Dorfplatz an die Kölner Landstraße zu versetzen. In einer Übersicht für die Ausschusssitzung am 22. November listet die Verwaltung ferner auf, wie viele Flüchtlinge in den einzelnen Ortsteilen untergebracht sind.

Widerstand aus Rösberg und Roisdorf

Demnach bringen Merten und Sechtem mit je 16 Prozent den größten Anteil an Flüchtlingen unter: In Merten leben 127 Zufluchtsuchende, in Sechtem 123 der insgesamt 781 Flüchtlinge im Stadtgebiet. Roisdorf kommt mit 48 Flüchtlingen auf einen Anteil von sechs Prozent. In Rösberg leben bisher drei Flüchtlinge. Mit Blick auf das Verhältnis zur Einwohnerzahl hat Dersdorf den höchsten Schnitt: Die 49 untergebrachten Flüchtlinge machen 3,89 Prozent der Einwohner aus.

In Rösberg und Roisdorf regt sich wie berichtet Widerstand gegen die Pläne der Stadt. Sie sehe das Vorhaben für eine Unterkunft in Festbauweise „weiterhin kritisch“, sagt die Roisdorfer Ortsvorsteherin Gabriele Kretschmer (CDU), angesprochen auf den Vorschlag, den Maarpfad für ein Flüchtlingsheim vorzusehen. „Container wären ja nur vorübergehend, aber einen Festbau sehe ich nicht.“

Die Verwaltung könne nicht nur darauf schauen, wie viele Flüchtlinge in den einzelnen Ortsteilen untergebracht seien, sondern müsse auch „andere soziale Gesichtspunkte“ mit einrechnen, zum Beispiel die Fluktuation von Saisonkräften und wie viele Menschen mit Migrationshintergrund schon im Ort lebten, meint Kretschmer: „Wir wollen ja vernünftige Integrationsarbeit leisten können.“ Sie hoffe, dass die Verwaltung das Gespräch mit der Grundschule suche, wie diese die Situation einschätze.

Und sie habe bereits vorgeschlagen, abzuwarten, bis sich eine Lösung für die Rettungswache auftue, die derzeit in Containern am Rathaus untergebracht ist. „Das Grundstück dort wäre ideal“, so Kretschmer. Ihre Fraktion werde sich nächste Woche zum Thema Flüchtlingsunterbringung beraten.

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