CDU-Landtagskandidat im Wahlkreis 27: Sechs Bewerber stellen sich zur Wahl

CDU-Landtagskandidat im Wahlkreis 27 : Sechs Bewerber stellen sich zur Wahl

Eine Frau und fünf Männer wollen Nachfolger der langjährigen CDU-Landtagsabgeordneten Ilka von Boeselager aus Swisttal werden, die seit 26 Jahren als direkt gewählte Mandatsträgerin im Düsseldorfer Landtag sitzt.

Dass insgesamt sechs Bewerber ihren Hut in den Ring geworfen haben, hat gute Gründe: Noch nie nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Wahlkreis nicht direkt an einen Kandidaten mit CDU-Parteibuch. Am Donnerstag, 3. November, haben die linksrheinischen Christdemokraten ab 19 Uhr in der Rheinbacher Stadthalle, die Wahl. Wir stellen die Bewerber vor.

Dem Alphabet folgend wird Franz-Josef Jäger aus Wachtberg der erste Kandidat sein, der sich am Donnerstag der Mitgliederschaft vorstellt. Der 57-Jährige ist Chef der CDU-Fraktion im Rat der Gemeinde Wachtberg. Der ausgebildete Gärtner und diplomierte Gartenbauingenieur will sich in Düsseldorf vor allem für die Zukunft des ländlichen Raums einsetzen. Zu diesem Themenkomplex zählt Jäger auch „eine flächendeckende digitale Infrastruktur“, um hochwertige Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen, wie der Gartenbauer während der ersten Vorstellrunden der Partei erklärte. Unerlässlich sei auch die Sanierung und der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.

Nicht nur aber besonders mit dem Thema Verkehrspolitik weiß Oliver Krauß (47) aus Alfter zu punkten: Der Syndikusanwalt bei der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) sowie verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion und Mitglied im Verkehrsausschuss der IHK sieht den Ausbau in Infrastruktur – digital, aber auch bei Verkehrswegen – als vordringlichste Aufgabe auf Landesebene. Nur so sei es möglich, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, um mehr Steuereinnahmen zu bekommen für dringend notwendige Investitionen in Schulen, Universitäten, Straßen und Schienen. fehlendes Wirtschaftswachstum treffe die Menschen in NRW besonders hart, so Krauß.

Insbesondere „die Sorgen und Nöte der Menschen ernst zu nehmen“, stellt Gabriele Kretschmer aus Bornheim in den Mittelpunkt ihrer Leitlinie. Die 56-Jährige ist Chefin des Bornheimer CDU-Stadtverbandes. Sie hat somit den mitgliederstärksten CDU-Verband des Linksrheinischen im Rücken. Sie stehe für einen "offenen und ehrlichen“ Politikstil. Eines ihrer Kern- und Herzensthemen ist die Bildungspolitik, denn sie sei der Grundstock für eine erfolgreiche und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in NRW. Wenig hilfreich sei allerdings die anhaltende Debatte um G 8 und G 9 – schließlich brauche die Bildungspolitik „endlich Kontinuität“.

Als „Wachstumverhinderer“ sieht Joachim Kühlwetter (35) aus Meckenheim die derzeitige rot-grüne Landesregierung. Geringe Investitionen, bürokratische Auflagen und die schlechte Infrastruktur benennt der CDU-Fraktionschef im Meckenheimer Stadtrat als Gründe dafür, dass NRW im Ländergleich derart schlecht dasteht. Sein Herzensthema ist neben der Infrastruktur und der Bildung außerdem die Bekämpfung der Kriminalität. Bei den Vorstellrunden seiner Partei hinterließ der Kriminalbeamte nach Meinung vieler Beobachter einen starken Eindruck – nicht nur beim Thema Innere Sicherheit und Kriminalitätsbekämpfung.

Hart mit der Landesregierung ging auch Markus Pütz (51) aus Rheinbach ins Gericht. Der selbstständige Rechtsanwalt berichtete während seiner Vorstellung, dass die Menschen in der Region neben der mangelhaften, die Mobilität lähmenden Infrastruktur vor allem das Thema Sicherheit umtreibt. Dieses fehlende Sicherheitsgefühl könne nur mit mehr Polizeibeamten wieder hergestellt werden. Um diese zu entlasten und sie wieder „auf die Straße“ zu schicken, fordert Pütz, den mittleren Polizeidienst im Land wieder einzuführen. Kein Nachteil für den Bewerber aus Rheinbach dürfte sein, dass die Aufstellungsversammlung in der Glasstadt stattfindet.

Ebenfalls aus dem mitgliederstarken Bornheim stammt Daniel Schumacher – mit 33 Jahren der Jüngste im Bunde des Bewerbersextetts. Zwar galt er kommunalpolitisch bis dato als unbeschriebenes Blatt, dennoch gefiel manchen Zuhörern während der Vorstellrunden die direkte und erfrischende Rhetorik des Unternehmensjustiziars und Generalbevollmächtigten im Familienbetrieb – einem Abbruch- und Tiefbauunternehmen.

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