Wasserversorgung in Bornheim: CDU lässt Wesselinger Trinkwasser analysieren

Wasserversorgung in Bornheim : CDU lässt Wesselinger Trinkwasser analysieren

Die ersten Plakate zeugen schon davon: Der Wahlkampf für den Bürgerentscheid zum Bornheimer Trinkwasser hat begonnen. Am Donnerstag lud die CDU im Beisein von Grünen-Fraktionschef Arnd Kuhn zu einem Pressegespräch, um eine Analyse zum Wasser des Wasserbeschaffungsverbandes Wesseling-Hersel (WBV) vorzustellen.

Das Ergebnis für eine Probe: Der Grundwasseranteil sei auf 30 Prozent einzuschätzen, der überwiegende Anteil bestehe aus Rheinwasser.

Beim WBV-Wasser handele es sich also überwiegend um Rheinuferfiltrat, schlussfolgert die CDU. Und der Rhein sei einer der am stärksten besiedelten und belasteten Flüsse in Europa, gab Fraktionschefin Petra Heller zu bedenken. Wie CDU-Ratsmitglied Bernd Marx erläuterte, hatte die Fraktion die Jülicher Agroisolab GmbH, die sich selbst als unabhängiges, privatwirtschaftlich geführtes Labor bezeichnet, mit der Analyse beauftragt.

Dafür hätten er selbst und CDU-Ratsmitglied Konrad Velten im Mai bei „normalem Rheinpegel“ eigens eine Wasserprobe in einem Wesselinger Schnellrestaurant genommen, um reines WBV-Wasser untersuchen zu lassen. Denn das Wasser, das in Bornheim aus den Hähnen kommt, ist bekanntlich ein Gemisch aus 75 Prozent Wasser des WBV und 25 Prozent des Wahnbachtalsperrenverbandes (WTV). CDU und Grüne wüssten das gerne zugunsten von mehr WTV-Wasser geändert.

Das von der CDU beauftragte Labor hat nun eine sogenannte Isotopenanalyse vorgenommen und Proben von WBV-Wasser, Rheinwasser aus Urfeld sowie Leitungswasser aus Hürth und Erftstadt verglichen. Isotope sind bestimmte Arten von Atomen. Durch einen Vergleich der Isotopenverhältnisse in den Proben lasse sich der Rückschluss auf die Zusammensetzung des WBV-Wassers ziehen, so die CDU. Den Verband hat die Fraktion im Oktober um eine Stellungnahme gebeten. Wie Verbandsvorsteher Frank Röttger am 2. November antwortete, hält der WBV die übermittelten Ergebnisse für einen Vergleich der Herkunft der Wässer für „nicht aussagekräftig“.

Die beiden Wässer aus Hürth und Erftstadt stammten aus einem anderen Grundwasserstockwerk. Sie seien somit deutlich älter und der Abbau der Isotope fortgeschrittener als im vom WBV genutzten Grundwasser. Sie könnten daher nicht dem Vergleich dienen. Die Stellungnahme des WBV entbehre „jeder fachlichen Qualifikation“, befindet dazu wiederum das von der CDU beauftragte Labor. „Wir wollen keine Ängste schüren“, betonten Heller und Kuhn, immerhin erfüllten beide Wässer die Vorgaben der Trinkwasserverordnung. „Aber man muss sich schon bewusst sein, was man trinkt.“