Kitas in Bornheim: Eltern kritisieren Ausfälle und Betreuungszeiten

Kinderbetreuung im Vorgebirge : Bornheimer Eltern kritisieren Ausfälle und Betreuungszeiten

Erneut sind Eltern in Bornheim über die neue Beitragssatzung für Kindertagesstätten informiert worden. Diese zeigten wenig Verständnis für die Betreuungssituation der Kitas vor Ort.

Der Entwurf für die neue Elternbeitragssatzung für Kindertagesstätten und die Tagespflege hat erneut für rege Diskussionen gesorgt. Wie berichtet, waren am 22. Januar rund 100 Eltern zur Sitzung des Bornheimer Jugendhilfeausschusses gekommen, um gegen die Pläne der Stadt zu protestieren. Daraufhin wurde das Thema einstimmig vertagt.

Bornheims Beigeordnete Alice von Bülow und Jugendamtsleiter Maruan Azrak sowie Thomas Harzheim, Leiter der Abteilung Tageseinrichtungen für Kinder und Kindertagespflege, empfingen am Mittwochabend erneut rund 35 Eltern und deren Nachwuchs. Mit Blick auf die Vertagung des Themas hatte sich Azrak im Vorhinein kritisch geäußert: „Selbst wenn wir das tun und noch eine Info-Veranstaltung anbieten: Es wird immer irgendwo eine Ungerechtigkeit bleiben, egal, an welcher Stellschraube wir drehen.“

Während der Veranstaltung am Mittwochabend im Ratssaal stellte sich dann auch heraus, dass die Anwesenden bereits auf neue Entscheidungen gehofft hatten. „Wir können hier und heute keine Entscheidung treffen“, betonte der Jugendamtsleiter mehrfach. Das ist in einem nächsten Schritt die Aufgabe des Stadtrats. Von Bülow stimmte ihm zu und ergänzte: „Wir sind im Doppelhaushalt.“

In diesem Jahr solle der Haushalt ausgeglichen und das große Ziel – der Weg raus aus der Haushaltssicherung – erreicht werden. „Es war klar, dass wir keine Beiträge schaffen können wie andere Kommunen“, so von Bülow weiter. Der Beigeordneten war wichtig zu betonen, dass Bornheim keineswegs eine familienunfreundliche Kommune sei.

Einem anwesenden Vater, der sich mehrfach über mangelnde Betreuung seines Kindes in Widdig beschwerte, sagte sie: „Wenn Sie mit den Leistungen so unzufrieden sind, müssen Sie sich einen anderen Betreuungsplatz suchen.“ Über die neue Geschwisterregelung (siehe Infokasten), die für große Aufregung sorgte, werde man laut Azrak weiter diskutieren.

Während der Fragerunde meldeten sich viele Eltern zu Wort, die ihren Unmut äußern wollten. „Mit den hohen Preisen habe ich mich mittlerweile abgefunden, aber die Kinder haben es ja schwer, überhaupt wo unterzukommen“, sagte eine Mutter. Weiter wurde bemängelt, dass viele Kitas oft über Wochen nur verkürzte Betreuungszeiten anbieten würden. „Ich kann Ihnen versichern, die Mitarbeiter arbeiten bis an ihre Belastungsgrenze und darüber hinaus“, so Azrak. Von Bülow: „Kitas sind eine familienergänzende Einrichtung.“ Nun werde man eine neue Vorlage erstellen für die nächste Jugendhilfeausschusssitzung am Mittwoch, 4. März (18 Uhr, Ratssaal).