Hohe Umweltschutzauflagen: Hersel bekommt keinen Golfplatz

Hohe Umweltschutzauflagen : Hersel bekommt keinen Golfplatz

Hersel bekommt keinen Golfplatz. Investor Steffen Eich hat von dem Projekt Abstand genommen. Der Grund: Zu hohe Umweltschutzauflagen. Denn in der Gegend lebt eine große Population von Wechselkröten.

In Hersel wird es keinen Golfplatz geben. Wie die Bornheimer Stadtverwaltung jetzt mitteilt, hat Investor Steffen Eich von dem Projekt Abstand genommen. Die Stadt teilt das in den Unterlagen für die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung mit, der am Mittwoch, 10. Oktober, tagt. Laut Stadtverwaltung hat Eich das Projektende bereits im Juni 2018 schriftlich signalisiert. Anlass dürften zu hohe Umweltschutzauflagen seitens des Rhein-Sieg-Kreises sein.

Ende Mai 2015 hatte der Bornheimer Stadtrat bei fünf Gegenstimmen den Plänen für einen Golfplatz auf dem Gebiet der ehemaligen Kiesabgrabungsfläche in Hersel zugestimmt. Entstehen sollte eine Neun-Loch-Golfanlage zwischen Mittelweg, Erftstraße und der Stadtbahnlinie 16. Im Verlauf des Verfahrens war wiederholt angeklungen, dass vor allem der Schutz der in dem Bereich lebenden Wechselkröte große Beachtung finden muss.

Auflagen mit Restrisiko verbunden

„Das Planverfahren ist nach der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit durch Abstimmungsschwierigkeiten mit der Unteren Naturschutzbehörde bezüglich sehr weit reichender Auflagen zum Artenschutz ins Stocken geraten“, heißt es in den Unterlagen der Stadtverwaltung. Die Forderungen des Kreises seien nach Auffassung der Stadtverwaltung „nicht mehr verhältnismäßig und zum Teil auch rechtlich nicht begründet“ gewesen, heißt es weiter. Die geforderten Auflagen seien zudem für den Investor mit einem Restrisiko im Baugenehmigungsverfahren verbunden, teilt die Stadtverwaltung weiter mit.

Auf Anfrage des General-Anzeigers erläutert Kreisumweltdezernent Christoph Schwarz die zwei Probleme bei der Golfplatzgenehmigung. Da sei eben die Wechselkröte. Der Schutz der Tiere in Bornheim habe eine landesweite Bedeutung, so Schwarz. Mit dem Bau des Golfplatzes hätte sich der Lebensraum für die Kröte von elf auf vier Hektar verringert. „Das können wir leider nicht ohne Weiteres hinnehmen“, so Schwarz. Der Kreis habe konkrete Vorschläge für die Schaffung von Ersatzlebensräumen gemacht, diese hätten aber in der Tat mehr Aufwand erfordert. Das Vorkommen der Wechselkröte in Bornheim ist dem Dezernenten zufolge einzigartig. Eine so hohe Population wie in Bornheim gebe es sehr selten. Laut Kreis handelt es sich um 100 bis 120 Tiere.

"Schmerzgrenze ist erreicht"

Dazu kommt der Gewässerschutz. So liegt die potenzielle Golfplatzfläche im Wasserschutzgebiet Urfeld. Man müsse darauf achten, dass nicht noch mehr Nitrat in den Boden und somit ins Grundwasser komme. „Düngen ist hierbei das Problem“, so Schwarz. Ihm zufolge würden auf einem Golfplatz Abschlagsflächen und Zielbereiche (auch „Green“ genannt) stark gedüngt. Der Kreis hätte vorgeschlagen, dass der Boden unter diesen Bereichen mit Folien ausgekleidet wird, um das Sickerwasser und somit die Düngemittel aufzufangen. Auch das sei natürlich mit Kosten verbunden, so Schwarz. Zugleich betont er: „Von unserer Seite ist die Schmerzgrenze damit erreicht.“

Golfplatz-Investor Steffen Eich hat auf mehrere Anfragen seitens des General-Anzeigers nicht reagiert.

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