Häuser präsentieren Angebot: Neue Wege beim Internationalen Museumstag in Siegburg

Häuser präsentieren Angebot : Neue Wege beim Internationalen Museumstag in Siegburg

Stadtmuseum, Katholisch-Soziales-Institut oder Bunzlauer Heimatstube: Gleich drei Siegburger Häuser beteiligten sich am 41. Internationalen Museumstag und gingen neue Wege für neue Besucher.

Fasziniert standen die Kinder am Sonntag im Foyer des Siegburger Stadtmuseums und schauten Pantomime Bastian dabei zu, wie er einen Luftballon aufpumpte. Was passiert jetzt? Diese Frage stand den Kleinen förmlich ins Gesicht geschrieben. Zum 41. Internationalen Museumstag 2018 mit dem Motto „Netzwerk Museum: Neue Wege, neue Besucher“ hatte das Stadtmuseum sich etwas Besonderes einfallen lassen und den Pantomimen für den ganzen Tag eingeladen.

Für ein kleines Mädchen stellte Bastian ein Luftballontier her, und schnell war klar, dass es sich dabei um eine Maus handelte. Sogar eine rosa Schleife bekam das Tier aus Latex. So war es kein Wunder, dass sich schnell eine Traube Besucher um den Pantomimen versammelten. Aber auch die speziellen Führungen zogen an diesem Tag viele Menschen an: Die beiden „Peer-Teamer“ Marvin und Theo vermittelten in ihrer „Führung von Kindern für Kinder“ Wissen über die Frühgeschichte im Rahmen des Projektes „Kultur macht stark“.

In Kooperation mit dem Kinderheim Pauline von Mallinckrodt, der Gesamtschule Siegburg und der Künstlerin Eva Wal organisierte das Stadtmuseum die Aktion des Deutschen Museumsbundes und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Bereits seit drei Jahren bietet der 16-jährige Theo Führungen im Stadtmuseum an. Aufgeregt ist er laut eigener Angaben nicht mehr. Außerdem spiele er in einer Band, „deswegen kenne ich es, vor vielen Menschen aufzutreten und habe kein Lampenfieber“, so Theo. Als seine zweite Leidenschaft bezeichnet er die Geschichte. „Meine erste Leidenschaft ist aber die Magie. Ich bin Zauberer.“ Seit zwei Jahren führe er vor Freunden und Familie Kartentricks vor.

Magische Führung

Magisch war auch die Führung mit dem Titel „Hänsel und Gretel“, die Theo begleitete. Über die „Glocke von Siegburg“ und Engelbert Humperdinck lernten die Kinder etwas. Dazu schauten sie sich Videos mit Stücken Humperdincks zur Oper „Hänsel und Gretel“ an wie etwa „Ein Männlein steht im Walde“. Außerdem zeigten die fünf- bis 13-jährigen Künstler der Kinderkunstschule unter der Leitung von Stephanie Reschke ihre Ausstellung „Kino Kino“. Noch bis Sonntag, 3. Juni, hängen die Plakate zu Filmen, die sie gerne im Kino sehen würden, im Stadtmuseum.

Ebenfalls um das Thema Kunst ging es im Katholisch-Sozialen Institut (KSI), das erstmals zum Internationalen Museumstag auf den Michaelsberg einlud. Ein umfangreiches Programm gab es unter dem Leitgedanken „Vernetzungen“: Renate Goretzki, Referentin für Kunst und Kultur im KSI, bot eine Führung unter dem Titel „Das KSI auf dem Michaelsberg anhand der Kunst kennenlernen“ an, während Kunstvermittlerin Anna Kleeberg einen Blick auf die Kunst und die Künstler der documenta 14 warf. Abgerundet hat das Programm ein Barockkonzert in der Krypta mit Stücken von Georg Philipp Telemann und Johann Christian Bach.

"Siegburg, lebe wohl"

Den Museumstag nutzte die Bunzlauer Heimatstube, um ein Abschiedsfest zu feiern. Unter dem Titel „Siegburg, lebe wohl“ lud die Stube noch einmal ein, bevor sie demnächst ins Haus Schlesien nach Königswinter umzieht. Beim „Schnupperkurs Bunzlauer Keramik“ lernten die Besucher etwas über die keramischen Erzeugnisse aus der niederschlesischen Stadt Bunzlau. Für Küchengeräte und Geschirr wurde Bunzlauer Keramik verwendet, aber auch Zierkeramik entstand in der niederschlesischen Stadt. Als „typisch schlesische Produkte“ bezeichnete Peter Börner, Vorsitzender der Bundesheimatgruppe, die großen Tassen, die unter dem Namen „Tippel“ bekannt sind. Blau betupft und verziert sind sie unverwechselbar.

Wichtig ist Bürgermeister Franz Huhn der Internationale Museumstag unter anderem deswegen, weil dieser den Siegburger Museen die Möglichkeit gibt, ihr vielfältiges Angebot zu präsentieren. „Museen strahlen Frieden aus, und das braucht die Welt in dieser schwierigen Zeit“, sagte Huhn.