Kommentar über die Prognos-Studie: Wo die Zukunft liegt

Kommentar über die Prognos-Studie : Wo die Zukunft liegt

Bei einem bundesweiten Vergleich der Wirtschaftskraft ist der Rhein-Sieg-Kreis um 30 Plätze abgesackt und belegt im "Zukunftsatlas Deutschland" Platz 161. Das Ergebnis sollte man ernst nehmen, meint GA-Redakteur Dylan Cem Akalin.

Der Rhein-Sieg-Kreis und seine 19 Kommunen müssen jetzt nicht in Schockstarre verfallen, weil sie in der Hitparade der stärksten Städte und Kreise Deutschlands um 30 Plätze abgerutscht sind. Und doch sollten die Entscheidungsträger die Ergebnisse ernst nehmen. Denn die Indikatoren, die Prognos da analysiert hat, sind jene, die Chancen und Risiken für die Zukunftsentwicklung aufzeigen.

Klar ist, dass das Ergebnis leicht verzerrt ist, weil der Kreis ein ausgeprägter Auspendlerstandort ist. Die Schwerpunkte der Arbeitsplätze liegen halt in Bonn und Köln. Wichtig ist aber der Hinweis auf die schwache Gründermentalität und Ansiedlung neuer Betriebe und Unternehmen in der Region. Auch Forschung und Entwicklung müssen bei einigen hiesigen Firmen noch deutlich ausgebaut werden. Das ist ein ganz starker Indikator für Wirtschaftskraft, wie erfolgreiche Unternehmen wie Reifenhäuser und Siegwerk zeigen.

Aber es gibt ein paar zarte Pflänzchen, die Hoffnung machen. Wie zum Beispiel das Pilotprojekt „Kommunale Innovationspartnerschaft“ in Neunkirchen-Seelscheid, wo die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg praxis- und anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung in kleineren Betrieben unterstützt. Mit Milliarden-Euro-Beträgen ermuntert die Bundesregierung zudem vor allem kleine und mittlere Firmen, mehr Forschung zu betreiben. Genau da liegt die Zukunft.

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