Wohnprojekt in Sankt Augustin: Selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung

Wohnprojekt in Sankt Augustin : Selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung

Der Awo-Kreisverband errichtet in Hangelar ein Haus, das geistig behinderten Menschen betreutes Wohnen bietet.

Erstmals errichtet der Awo-Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg (Awo) ein eigenes Haus für geistig behinderte Menschen. In Hangelar an der Kölnstraße wurde dazu am Donnerstagnachmittag der Grundstein gelegt. „Die Stärkung der Eigenkräfte und die Förderung der Selbstständigkeit unserer Klienten sind wichtige Leitgedanken des betreuten Wohnens, die mit diesem ambulanten Betreuungsangebot realisiert werden“, betonte Awo-Geschäftsführer Franz-Josef Windisch während einer kleinen Feier.

Katja Ruiters, zuständig für betreutes Wohnen bei der Awo, sagte: „Die viel besprochene Selbstbestimmung von Menschen, egal mit welcher Beeinträchtigung, beginnt mit der Auswahl an Wohnmöglichkeiten.“ Die müssten allerdings so beschaffen sein, dass sie den Bedürfnissen der Menschen angepasst seien und nicht umgekehrt.

Unterstützung erhalten die Bewohner, die allein in einer Wohngemeinschaft oder als Paar leben werden, laut Ruiters in allen Lebensbereichen, wo Hilfe gebraucht und gewünscht wird. Dazu gehörten beispielsweise die Strukturierung und Bewältigung des Alltags mit Haushaltsführung, Einkauf und Wäschepflege, aber auch die Konfliktbewältigung mit den übrigen Bewohnern, die Begleitung zum Arzt oder zu Behörden sowie der Umgang mit Geld.

Der Awo-Vorsitzende Heinz-Willi Schäfer sagte, Menschen mit geistiger Behinderung sollten ihr Leben in einer eigenen Wohnung mit angemessenem Hilfsbedarf und ihren eigenen Möglichkeiten entsprechend selbstständig führen können.

In dem neuen Wohnhaus entstehen insgesamt zehn Wohneinheiten, je vier Appartements im ersten und zweiten Obergeschoss sowie zwei Kleinwohnungen. Jedem Bewohner stehen nach Fertigstellung des Gebäudes ein eigenes, etwa 20 Quadratmeter großes Appartement mit eigenem Duschbad und Terrasse zur Verfügung. Die beiden Wohnungen im Staffelgeschoss sind etwas größer. Zusätzlich teilen sich die Wohngemeinschaften des Erd- und des Obergeschosses je eine Wohnküche mit Aufenthaltsraum und angrenzender Terrasse oder Balkon. D

en Namen „Haus Bellinghausen“ verdankt das neue Haus dem verstorbenen Hangelarer Ratsherrn Matthias Bellinghausen auf dessen Wunsch. Der hatte sein 894 Quadratmeter großes Grundstück an der Kölnstraße dem Awo-Kreisverband vererbt, damit dort eine Einrichtung für geistig behinderte Menschen entsteht. Ermöglicht wurde das Bauvorhaben auch mit Wohnungsbaumitteln des Landes NRW und von Mitteln der Stiftung Wohnhilfe und der Kämpgen-Stiftung. Der Entwurf zum Neubau stammt vom Architekten Achim Becker aus Siegburg, die Ausführung übernimmt das Architekturbüro Guido Casper aus Eitorf.