Oldtimerfahrt im Rhein-Sieg-Kreis: Rockabilly und röhrende Motoren

Oldtimerfahrt im Rhein-Sieg-Kreis : Rockabilly und röhrende Motoren

Während der Christophorus-Fahrt wird die Bröltalgemeinde Ruppichteroth für zwei Tage zum „Oldtimer-Mekka“.

Kraftvoll blubbert der V8-Motor des 1955er Pontiac, als sein Besitzer ihn gekonnt auf die Wiese vor die Burgruine in Herrenbröl manövriert. Bela Tabberts US-Oldtimer war der Blickfang, als sich die Veranstalter der diesjährigen Historischen Rheinischen Christophorus-Fahrt vor den Überbleibseln einer Ritterburg aus dem 13. Jahrhundert trafen, um auf die dritte Ausgabe des mittlerweile äußerst beliebten Oldtimertreffens hinzuweisen, das am Samstag, 21. Mai, und am Sonntag, 22. Mai, wieder Tausende Anhänger historischer Fahrzeuge nach Ruppichteroth locken wird.

„Meinen 55er Pontiac habe ich vor zehn Jahren in Texas gekauft“, sagte Tabbert, Pianist und Kopf der „GI-Jive-Company“, die mit einer Mischung aus Swing, Boogie und Rock'n'Roll für einen der musikalischen Höhepunkte des Wochenendes sorgen wird. Veranstalter der Christophorus-Fahrt ist zwar die Gemeinde Ruppichteroth. Auf die Beine gestellt wird das zweitägige Oldtimer-Spektakel allerdings von zahlreichen Ehrenamtlern und Sponsoren. „Ihnen gilt mein Dank, vor allem den Ehrenamtlern unserer Bürgervereine, ohne die eine solche Veranstaltung gar nicht möglich wäre“, sagte Mario Loskill, Bürgermeister von Ruppichteroth.

Begonnen hatte alles 1951 mit der Gründung des „Vereins für Motorsport im ADAC Schönenberg“. Nach einigen Motocross-Rennen, an denen auch ADAC-Ehrenpräsident Otto Flimm in den 50er Jahren erfolgreich teilgenommen hatte, sowie zwei Christophorus-Fahrten 1953 und 1959 war allerdings Schluss. 2012 gab es dann erstmalig wieder eine Christophorus-Fahrt. Flimm, Schirmherr der Neuauflage dieser Traditionsveranstaltung, ist voll des Lobes für das Engagement der Beteiligten. „Es ist großartig, was hier geleistet wird“, sagte der 87-Jährige, der zur Vorstellung des Programms nach Schönenberg gekommen war und einen seiner Motocross-Siegerpokale den Organisatoren stiftet. Die Ortsdurchfahrt von Schönenberg, die während der Veranstaltung zwei Tage gesperrt bleibt, wird dann zum Freilichtmuseum für Oldtimer aller Art.

Herzstück ist natürlich eine Rundfahrt, für die der Startschuss am Samstag, 21. Mai, um 10 Uhr vor dem Rathaus in Schönenberg fällt. Mehr als 100 Teilnehmer haben sich mit ihren Oldtimern für die 106 Kilometer lange Fahrt bereits angemeldet. Von Schönenberg geht es zunächst Richtung Neunkirchen, von dort nach Much-Marienberg, dann weiter Richtung Nümbrecht, Waldbröl, Schladern und schließlich zurück nach Schönenberg. Zwei Wertungsprüfungen müssen die Fahrer absolvieren, und auch für die Beifahrer gibt es etwas zu tun: Sie können während der Fahrt einen Fragebogen zu Sehenswürdigkeiten der Umgebung ausfüllen. Der heilige Christophorus als Namensgeber der Veranstaltung und Schutzpatron der Autofahrer steht nach der Ankunft der Fahrer im Mittelpunkt. Der katholische Pfarrer Christoph Heinzen und sein evangelischer Amtskollege Hans-Wilhelm Neuhaus werden am Samstag, 21. Mai, gegen 16.30 Uhr die Segnung der Oldtimer vornehmen. Am Sonntag, 22. Mai, steht dann neben einer Traktorenausstellung die Siegerehrung der Rundfahrtteilnehmer auf dem Programm. Natürlich gibt es noch weitere Attraktionen. Der Schulhof der Grundschule „Am Brölbach“ in Schönenberg wird am Samstag ab 14 Uhr bei einem US-Car-Treffen zur Ausstellungsfläche für legendäre amerikanische Straßenkreuzer. Passend dazu wurde das Musik-Programm ausgewählt, das am Samstag um 16.45 Uhr auf der Bühne vor dem Rathaus beginnt. Rockabilly in Reinkultur bietet die Band „Christine“ aus dem Westerwald. Swing, Boogie und Rock'n'Roll gibt es von der „GI-Jive Company“.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und den ausgeschilderten Umleitungen gibt es unter www.christophorusfahrt.de.