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Verschönerungsverein für das Siebengebirge: Vom Wildniszentrum bis zum Gasthaus am Oelberg

Verschönerungsverein für das Siebengebirge : Vom Wildniszentrum bis zum Gasthaus am Oelberg

In den kommenden Monaten und Jahren stehen dem Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) gleich mehrere Erneuerungen bevor.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung stand neben der Wahl des Vorstandes und des Beirates zudem eine Besonderheit auf der Tagesordnung. Elmar Heinen wurde die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Der 88-Jährige leitet bereits seit mehreren Jahren die Bibliothek des Heimatvereins Siebengebirge.

Gasthaus am Oelberg:

Während im vergangenen Jahr der Windfang erneuert wurde, steht nun der Brandschutz auf der Agenda. Daher wurde der Auftrag erteilt, alle Räume mit Rauchmeldern auszustatten. Zusätzlich hat die Freiwillige Feuerwehr Ittenbach das Objekt in ihren Übungsplan mit aufgenommen und bereits mehrere Testfahrten absolviert, damit die Einsatzkräfte auch im Ernstfall das Großfahrzeug mit einem 12 000-Liter-Löschwassertank fehlerfrei bis auf den Oelberg manövrieren können.

Die Pumpenanlage, die das Gasthaus mit Wasser versorgt, erfordert eine ständige Wartung. Diese Aufgabe übernehmen zurzeit ehrenamtliche Helfer der sogenannten Technik-AG. Daher soll geprüft werden, ob eine automatisierte Wartung oder ein Wartungsvertrag mit dem Wasserbeschaffungsverband Thomasberg möglich ist.

Antennen auf dem Oelberg:

Durch den technischen Wandel von Analog- zu Digitalfunk verliert der Oelberg zwei Antennenbetreiber und damit auch Mieteinnahmen. „Durch die Veränderung der Technik werden hochliegende Punkte wie der Oelberg nicht mehr zwingend benötigt“, erklärte der VVS-Vorsitzende Hans Peter Lindlar.

Bereits Ende März dieses Jahres hatte die Telekom-Tochter Kevag mit Sitz in Koblenz ihre Antenne abgeschaltet. Mit dem Signal versorgte das Unternehmen die Rheinschifffahrt. Zum Ende des Jahres soll auch die Anlage der Autobahnpolizei NRW abgeschaltet werden. Vom Oelberg aus deckt die Funkantenne das Autobahnnetz bis Aachen ab. Die beiden Antennen befinden sich am Westgiebel des Gasthofgebäudes und sollen von den Betreibern komplett zurückgebaut werden.

Forsthaus Lohrberg:

Die unter Denkmalschutz stehende Geschäftsstelle des VVS auf der Margarethenhöhe in Königswinter wird derzeit saniert. Nachdem die neuen Fenster bereits im Sommer eingebaut wurden, werden die Arbeiten nun an der Außenfassade des Gebäudes fortgesetzt. Eine Fachfirma aus Köln, die vorher ebenfalls Arbeiten an der Löwenburg durchgeführt hat, kümmert sich um die Restaurierung der Natursteinflächen.

„Wenn es keinen Frost gibt, dann sind die Arbeiten in drei Wochen fertig“, sagte Lindlar. Dabei wird die Fassade von Verputzungen befreit und das ursprüngliche Natursteingefüge wieder freigelegt. In einem nächsten Schritt sollen dann die Steinelemente neu verfugt werden. Die Sanierungsmaßnahme am Forsthaus erfolgt gemäß der Auflagen des Denkmalschutzes und wird mit Fördergeldern der NRW-Stiftung unterstützt.

Wildniszentrum:

Eine Fläche von 530 Hektar im Naturpark soll Wildnisgebiet werden – das sieht ein Vertrag des VVS mit dem Land NRW vor. Ein neues Wildniszentrum mit einer Dauerausstellung soll die Besucher über das Projekt informieren. Als Standort ist die Fläche neben dem Forsthaus Lohrberg, auf dem derzeit Garagen stehen, vorgesehen.

„Es soll ein Holzhaus werden“, sagt Lindlar. Aufgrund der Statik sei eine zunächst angedachte Überbauung der Garagen nicht möglich. Der VVS arbeitet sowohl an einem inhaltlichen Konzept für die Ausstellung, einer architektonischen Gestaltung sowie an einem Finanzierungsplan. „Wir haben uns das sportliche Ziel gesetzt, zum 150-jährigen Bestehen des Vereins das Wildniszentrum einweihen zu können“, erklärt der Vorsitzende. Das wäre dann voraussichtlich 2019/2020.

Kooperation mit dem Naturpark Rheinland:

Bevor die geplante Zusammenarbeit der beiden Naturparks beginnen kann, sind noch einige Schritte erforderlich. Zunächst muss der VVS die Trägerschaft des Naturparks Siebengebirge an das Land NRW zurückgeben. Diesem Akt müssen die Mitglieder des Vereins zustimmen. Danach gibt das Land die Trägerschaft wieder an den Kreis zurück. Ende dieses Monats soll diesbezüglich ein Gespräch des Landrats mit dem Ministerium in Düsseldorf stattfinden. „Ich hoffe, dass wir dann auch endgültige Klarheit haben“, so Lindlar.