Manfred Weil in Rauschendorf: Frauen waren sein Lieblingsmotiv

Manfred Weil in Rauschendorf : Frauen waren sein Lieblingsmotiv

Mehr als 30 Arbeiten des Künstlers Manfred Weil sind noch bis zum 11. Dezember im Haus Agi in Rauschendorf ausgestellt.

„Es ist mir eine große Ehre, diese Bilder hier zeigen zu können“. Das Wohnhaus von Michael Agi, Vorsitzender des Kulturvereins Pro Klassik, ist seit Samstag Schauplatz einer besonderen Ausstellung: Noch bis Sonntag, 11. Dezember, sind hier mehr als 30 Werke des im Jahr 2015 verstorbenen Künstlers Manfred Weil aus Meckenheim zu sehen.

„Eine jüdische Familie stellt in einem syrischen Haus aus“, so Agi im Hinblick auf seine eigene syrische Herkunft und die jüdischen Wurzeln des Künstlers. Und es ist nicht das erste Mal, dass in Rauschendorf Bilder des bekannten Malers gezeigt werden: Bereits vor fünf Jahren wurde im Rahmen der Kachelsteiner Kulturtage an gleicher Stelle eine Ausstellung mit seinen Arbeiten eröffnet.

Das Lieblingsmotiv des Künstlers waren Frauen. „Ein Mann gibt nichts her auf einem Bild“, hat Weil einst gesagt. Die Vielfalt in der Ausdrucksmöglichkeit sei bei Frauen größer. Einige der Frauengestalten, die auf seinen Bildern zu sehen sind, sind nur mit wenigen Strichen angedeutet, andere detailliert, beinah fotografisch genau, dargestellt. „Wie keinem anderen ist es ihm gelungen, die zahllosen Facetten einer Frau darzustellen“, erläutert Agi.

Zumeist seien es Frauen aus seiner Umgebung gewesen, die Weil mit Pinsel und Farbe auf Leinwand festhielt. Ob auch seine Frau Alisa und seine Tochter Schulamith darunter sind, ist aber nur Spekulation. „Wenn man ihn darauf angesprochen hat, hat er nur verschmitzt gelächelt“, so Agi. Eines haben alle Frauengestalten gemeinsam: Sie wirken sinnlich, harmonisch und nachdenklich, fast zerbrechlich. Die Deutung seiner Bilder überlässt der Künstler dem Betrachter.

Einige Werke verraten auch etwas über das bewegte Leben Weils, so zu Beispiel die Abbildung der „Kellnerin“. Der gebürtige Kölner mit jüdischen Wurzeln war im Jahr 1940 in das französische Konzentrationslager Gurs deportiert worden. Von dort allerdings konnte er fliehen.

Die Frau in dem blauen Kleid, die auf dem Bild zu sehen ist, soll ihn auf der Flucht versorgt haben, so Agi. Erst nach Kriegsende kehrte der Künstler ins Rheinland zurück, studierte von 1946 bis 1951 Malerei an der Kölner Werkschule in der Klasse für Wandmalerei und arbeitete im Anschluss als freischaffender Künstler und Grafiker.

Von Weils Flucht und seinem Überleben erzählt auch der Film „Mich kriegt ihr nicht“ des Dokumentarfilmers Werner Müller. Zu sehen ist er am Freitag, 18. November, um 19.30 Uhr im Kino im LVR-Landesmuseum Bonn, Colmantstraße 14-16 (Kartenreservierung unter 02 28/47 84 89).

Die Ausstellung im Haus Agi, Am Kachelstein 5 in Rauschendorf, ist noch bis Sonntag, 11. Dezember, zu sehen und kann dort samstags und sonntags in der Zeit von 10 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung unter 0 22 44/91 20 79 angeschaut werden. Zur Finissage am Sonntag, 11. Dezember, um 15 Uhr spielt „Klaus, der Geiger“, einer der bekanntesten Straßenmusiker Deutschlands.