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Kommentar zur Kommunalpolitik in Königswinter: Begehrter Unbekannter

Kommentar zur Kommunalpolitik in Königswinter : Begehrter Unbekannter

Acht Monate nach seinem Austritt aus der Stadtratsfraktion der Linken hat sich das zuletzt fraktionslose Ratsmitglied Michael Köppinger der CDU-Fraktion angeschlossen. Wie Michael Köppinger diesen Spagat hinbekommen will, kann nur er beantworten. Ein Kommentar von GA-Redakteur Hansjürgen Melzer.

Man stelle sich mal vor, Sahra Wagenknecht würde ihre Fraktion verlassen und künftig gemeinsam mit den Kollegen von der CDU in Berlin Politik machen.

Auch wenn es auf kommunaler Ebene um andere Themen als beim Bund geht, so liegen doch auch in Königswinter die Positionen der CDU und der Linken in vielen Fragen sehr weit auseinander. Wie Michael Köppinger diesen Spagat hinbekommen will, kann nur er beantworten.

Dazu kommt, dass er als Person durchaus umstritten ist. Was an den Vorwürfen, die seine frühere Partei gegen ihn erhoben hatte, dran ist, wurde nie geklärt, weil er selber schnell seinen Austritt erklärte.

Fakt ist auch: Das Ratsmitglied Michael Köppinger hat in zweieinhalb Jahren im Stadtrat noch nicht so richtig stattgefunden. Mit Meinungsäußerungen ist der Mann jedenfalls eher nicht aufgefallen. Ob er seiner neuen Fraktion zu mehr Qualität verhelfen kann, wird sich also erst noch zeigen müssen.

Eine zusätzliche Stimme ist angesichts der knappen Mehrheiten im Stadtrat aber zweifellos wertvoll. Wenn es so gewesen sein sollte, wie zu hören ist, dass sich mehrere Fraktionen um Köppinger bemüht haben, würde das alles in allem kein gutes Licht auf die Kommunalpolitik in Königswinter werfen. Aber vielleicht wird ein solches Gerücht ja auch nur von denen genährt, die daran ein Interesse haben.