Kommentar zur Schulplanung in Bad Honnef: Fakten und Wünsche

Kommentar zur Schulplanung in Bad Honnef : Fakten und Wünsche

Eltern setzen sich für den Erhalt der Schule in Rhöndorf ein, damit ihre Kinde möglichst eine wohnortnahe Schule besuchen können, doch manche Fakten sprechen dagegen. Ein Kommentar von GA-Redakteurin Katrin Janßen.

Auf der einen Seite die Wünsche: Eltern, die sich für den Erhalt der Schule ihrer Kinder einsetzen, weil sie sie schätzen. Eltern, die sich für ihre Kinder eine möglichst wohnortnahe Schule wünschen. Schulleiter, die um den Bestand ihrer Einrichtung fürchten. Politiker, die wollen, dass ihre Schullandschaft möglichst breit aufgestellt und attraktiv ist. Das alles ist absolut verständlich.

Auf der anderen Seite aber stehen die Fakten. Es ist durchaus richtig, dass Schulentwicklungspläne manchmal ein bisschen an Kaffeesatzleserei erinnern. Welche weiterführende Schule Eltern in fünf Jahren für ihre Kinder wählen, das lässt sich eben nur bis zu einem bestimmten Punkt berechnen, zu viele andere Faktoren wie beispielsweise beliebte Lehrer, Freundschaften der Kinder oder der jeweilige Ruf einer Schule spielen dort mit hinein.

Bei den Grundschulen ist das jedoch etwas anders. Denn dafür können die Experten hinter dem Schulentwicklungsplan auf konkretes, vorhandenes Zahlenmaterial zurückgreifen. Sie sehen, wie viele Kinder in den vergangenen Jahren in Bad Honnef geboren wurden und wie viele damit zum Zeitpunkt X eingeschult werden. Natürlich können da noch Kinder hinzukommen, die erst demnächst nach Honnef ziehen. Aber so viele und genau in dem Alter, damit alle Schulstandorte erhalten bleiben können – das ist höchst unwahrscheinlich.

Natürlich kann man nun seitens der Stadt einfach abwarten und schauen, wie lange die Schulaufsicht das Spiel noch mitmacht. Denn zum Schulbeginn in NRW fehlten nach Landesangaben vor allem an Grundschulen Lehrer. Von den insgesamt 160.000 Lehrerstellen konnten demnach 2139 nicht besetzt werden. Da ist es eine Frage der Zeit, bis die Bezirksregierung die Reißleine zieht. Und dann muss man handeln.

„Eine Stadt entschließt sich“ heißt es in der Kampagne zur Dachmarke. Vielleicht wird es Zeit, sich zu entschließen, bevor andere die Entscheidung treffen. So lange man noch vernünftig planen kann und dabei vielleicht sogar Lösungen auch für andere Probleme der Schullandschaft finden kann. Denn letztendlich ist das alles auch eine Frage der Kosten und des Einsatzes von Steuergeldern. Und über die sollte man nicht aus dem Bauch heraus entscheiden, sondern auf Grundlage von Fakten.