Imagekampagne für Bad Honnef: Besucherandrang beim Wappenbürgerfest auf der Insel Grafenwerth

Imagekampagne für Bad Honnef : Besucherandrang beim Wappenbürgerfest auf der Insel Grafenwerth

Viele Bad Honnefer folgten am Sonntag der Einladung der Stadt zum Wappenbürgerfest auf der Insel Grafenwerth. Die Bürger konnten sich auch selbst beteiligen und Anregungen für ihre Stadt hinterlassen.

An einem sonnigen Tag ist die Insel Grafenwerth sowieso ein Besuchermagnet. Dass man am Sonntag aber weit und breit nur schwer einen Parkplatz finden konnte, mag dann doch mit dem Bürgerwappenfest zu tun gehabt haben, zu dem die Stadt ihre Bürger eingeladen hatte. Vorgestellt wurden dabei Logo, Claim und der neue Imagefilm der Stadt. Gleichzeitig waren die Besucher aber auch aufgefordert, selbst mitzumachen. In dem sie Wünsche und Vorstellungen für ihre Stadt formulierten – und ein „Herz für Honnef“ zeigten.

Letzteres war tatsächlich wörtlich gemeint. Denn auf der Festwiese hatte die Stadt ein großes Herz mit Sägespänen vorgezeichnet, dass die Besucher füllen sollten. So ganz klappte das zwar nicht, aber aus luftiger Höhe konnte die Filmkamera zumindest so grob das Honnefer Herz erkennen. Und diese Bilder wurden anschließend zum Bläck-Fööss-Hit „Unsere Stammbaum“ – gesungen vom Bürgermeister und dem Gospelchor n' Joy – in das Herz des neuen Logos projiziert. Und spätestens an dieser Stelle schunkelten, klatschten und sangen viele Honnefer mit, so, als wollten sie dem neuen Claim „Lebensfreude verbürgt“ auch Inhalt geben.

Moderiert wurde die Veranstaltung vom Bad Honnefer Kabarettisten Sebastian Pufpaff, der launig durch das Programm führte, Bürgermeister Otto Neuhoff aber auch manche kritische Nachfrage nicht ersparte und diesem so die Gelegenheit gab, noch einmal die Notwendigkeit einer Marketingkampagne für die Stadt zu erklären. Er verwies beispielsweise auf die sinkende Zahl an Grundschulkindern, dafür aber auf die steigende Zahl an Rentnern. „Wenn wir beispielsweise den Schulstandort Bad Honnef in seiner Breite erhalten wollen, müssen wir überlegen, wie wir die Demografie in den Griff bekommen.“

Dritter im Bunde war Landrat Sebastian Schuster, der die Initiative in Bad Honnef ausdrücklich begrüßte und gleichzeitig dafür plädierte, auch über den Tellerrand zu blicken. Dass bei dieser Diskussion der eine oder andere Seitenhieb auf den Gast aus Königswinter nicht fehlen durfte, versteht sich von selbst – ob es dabei um die manchmal schwierige Akustik ging (Pufpaff: „Die wird aus Königswinter ferngesteuert.“) oder um den Imagefilm (Schuster: „Wenn man jetzt mit der Kamera noch ein bisschen schwenken würde, wären wir in meiner schönen Heimatstadt...“). Dabei stand aber immer das Ziel im Mittelpunkt. Schuster: „Wenn Honnef sich selbst gefunden hat, dann sollte die Stadt sich das Drumherum anschauen. Wir müssen uns als Region breiter aufstellen.“

Was Bad Honnef an dieser Stelle einbringen kann, das zeigte der Imagefilm der Stadt, der zu diesem Anlass erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der Film zeigt die Schönheit der Stadt, ihrer Landschaft und die Menschen, die in Bad Honnef leben. Für den Film gab es im Anschluss Applaus – es gab aber auch kritische Stimmen. „Das habe ich schon besser gesehen“, grummelte ein Honnefer, bevor er mit seiner Frau Richtung Brücke ging.

Wie sich die Honnefer ihre Stadt vorstellen, was sie gut oder schlecht finden, was sie sich wünschen, das konnten sie auf Zetteln festhalten, die anschließend an eine Wäscheleine aufgehängt wurden. Dabei gingen die Meinungen weit auseinander: „Geldverschwendung“ hatte ein Besucher auf seinem Zettel hinterlassen, ein anderer begrüßte hingegen die Initiative: „Die Dachmarke ist ein toller und wichtiger Identitätspunkt.“ Doch den Honnefern liegt noch mehr auf der Seele. „Barrierefreiheit“, „mehr Sauberkeit“, „bessere Straßen“ und „mehr Angebote für junge Leute“ waren nur einige der Anregungen, die die Bürger ihrer Stadtverwaltung mit auf den Weg gaben. Ganz oben natürlich ein Lebensmittelgeschäft für die Innenstadt. Und dann war da noch ein 13-Jähriger mit einem ganz besonderen Wunsch: „Ich wünsche mir in Bad Honnef ein Kino“, stand in kindlicher Schrift auf dem Zettel.