Logo und Leitspruch werden vorgestellt: Große Zustimmung für Honnefer Dachmarke

Logo und Leitspruch werden vorgestellt : Große Zustimmung für Honnefer Dachmarke

Die Mehrheit im Honnefer Stadtrat begrüßt das Konzept zur Honnefer Dachmarke, kritisiert aber die mangelnde Bürgerbeteiligung. Am Sonntag wird bei einem Festakt das Logo und der Leitspruch aus der Taufe gehoben.

Bei zwei Enthaltungen aus den Reihen der Freien Wähler und der Grünen hat der Rat der Stadt Bad Honnef am Donnerstagabend die neue Dachmarke, bestehend aus Logo und sogenanntem Claim, angenommen. Gleichzeitig beschloss der Rat bei zwei Gegenstimmen der FWG und einer von den Grünen sowie sechs Enthaltungen quer durch die Fraktionen: „Das Wappen der Stadt in der seit 1973 verwendeten Fassung bleibt unverändert bestehen. Soweit die Verwendung des offiziellen Stadtwappens nicht zwingend vorgeschrieben ist, soll die Stadt – auch in der Vergabe an Dritte – zur Außendarstellung Logo und Claim der neuen Dachmarke verwenden.

Bisherige Wappendarstellungen von Dritten bleiben hiervon unberührt (Bestandsschutz).“ Über die Bedingungen für die Nutzung soll die Verwaltung in einer späteren Sitzung berichten.

Zuvor hatte Bürgermeister Otto Neuhoff noch einmal intensiv für die neue Dachmarke geworben und einen Blick auf den Ablauf der Kampagne geworfen. „Die meisten Reaktionen zum Thema Dachmarke waren direkt mit der Erhöhung der Grundsteuer B, der Abwassergebühren und dem Parkraumkonzept verknüpft.“ Gleichzeitig verwies er auf den Verlust von Penaten, Birkenstock, der Kurklinik und TX Logistik. Damit habe die Stadt bei der Gewerbesteuer einen zweistelliger Millionenbetrag verloren. „Wir stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand.“

Hoffnung auf Zuschüsse

Die Ausgangslage sei „ziemlich bescheiden“, so Neuhoff und verwies auf sinkende Übernachtungs- und Schülerzahlen. Entsprechend habe die Verwaltung ein Haushaltssanierungsprojekt aufgelegt, das jährliche Einsparungen von 1,5 Millionen Euro bringen soll. Zudem ließen sich erste Erfolge in der Wirtschaftsförderung nachweisen. Es gibt ein Stadtentwicklungskonzept (3000 Neubürger), und die Stadt hofft auf Zuschüsse aus Förderprogrammen.

„Aber“, so Neuhoff, „ die Konkurrenz der Städte um attraktive Gewerbebetriebe, um Einwohner, Touristen und den Einzelhandel in den Innenstädten ist groß.“ In diesem Zusammenhang hob er erneut die hohe Kaufkraftbindung in Bad Honnef hervor, „die wir dem Centrum und seinen tollen Veranstaltungen verdanken“. Hingegen habe es die Stadt über Jahre versäumt, Entscheidungen zu treffen; oder man habe Entscheidungen getroffen, diese aber nicht umgesetzt. „Wie kann es sein, dass sich eine Stadt in dermaßen privilegierten Verhältnissen so in eine Abwärtsspirale gebracht hat? Dass man am Sibi kein Fenster mehr öffnen konnte, weil es sonst auseinanderfiel? Wie kann es sein, dass Kursaal, Rathaus, Hauptschule und Straßen so kaputt sind?“ Daher müsse etwas passieren, „denn mehr von demselben bringt keine besseren Ergebnisse“.

Profilierung und Identitätsstärkung sind notwendig

Notwendig sei eine Profilierung und Identitätsstärkung, dazu gehörten attraktive Ortseingänge, eine Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls bei den Bürgern und ein Online-Portal Bad Honnef. Die Bürger müssten ihrerseits den heimischen Einzelhandel und das Gewerbe bei den Kaufentscheidungen bewusst berücksichtigen, der Einzelhandel dem Bürger den Komfort des Internets mit anbieten. Der Festakt zur Vorstellung der Dachmarke sei nicht das Ende, sondern der Auftakt für einen langfristigen Prozess.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass das Thema auch innerhalb der Fraktionen kontrovers diskutiert worden war. Letztlich aber begrüßte die große Mehrheit das Konzept, allerdings äußerten fast alle Parteien Kritik an der Methode der Einführung. Sie hätten sich mehr Bürgerbeteiligung im Vorfeld gewünscht. Positiv bewerteten sie allerdings die lebhafte Diskussion, die die Dachmarke in der Bevölkerung ausgelöst und somit auch das Interesse an Kommunalpolitik geweckt habe. Und fraktionsübergreifend hieß es: Wir sind froh, dass endlich etwas passiert.

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