Tierschutzverein Siebengebirge: Gottesdienst für Zwei- und Vierbeiner in Oberpleis

Tierschutzverein Siebengebirge : Gottesdienst für Zwei- und Vierbeiner in Oberpleis

Seit 13 Jahren lädt der Tierschutzverein Siebengebirge zum Gottesdienst für Mensch und Tier auf den Tierfriedhof Bönnschenhof in Oberpleis ein. Rund 150 Gläubige kamen - samt ihren Vierbeinern.

„Auf diesen Termin fiebern wir ein ganzes Jahr lang hin“, sagte Andrea Czapek vom Tierschutzverein Siebengebirge und ein breites Lächeln zieht über ihr Gesicht. Den Spaß an dem Gottesdienst für Mensch und Tier, der seit 13 Jahren auf dem Tierfriedhof Bönnschenhof in Oberpleis stattfindet, teilten offensichtlich auch viele andere.

Rund 150 Gläubige hatten es sich am Sonntag mit 50 Vierbeinern – bis auf einen tapferen Kater alles Hunde – auf den Holzbänken bequem gemacht, um mit Uwe Löttgen-Tangermann, dem Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Bad Honnef, gemeinsam einen Gottesdienst unter dem Motto „Danke für unsere Tiere“ zu feiern. „Wir wollen damit allen Tieren unsere Aufmerksamkeit schenken, nicht nur denen, die wir streicheln“, so Czapek. „Uns geht es um einen würdevollen Umgang mit allen Tieren.“

Und genau davon handelte auch die Predigt von Löttgen-Tangermann. Zur Sprache kamen unter anderem der Umgang des Menschen mit Gottes Schöpfung und die Massentierhaltung. Man dürfe seine Verantwortung nicht einfach auf andere abschieben, so das Fazit Löttgen-Tangermanns. Im Gegensatz zu den Zweibeinern zeigten sich derweil die Tiere von den Worten der Predigt eher unbeeindruckt. Interessanter waren da schon die anderen Vierbeiner: Die Hunde beschnüffelten sich, wedelten je nach Sympathiegrad mit den Schwänzen, hier und da war mal ein Bellen oder eine schubbernde Pfote hinter dem Ohr zu hören.

Ansonsten verfolgten die „treuen Begleiter, Wächter und Sorgenvertreiber“ den Gottesdienst und besonders den Gesang, begleitet von Stephanie Troscheit am Keyboard, aber ruhig, beinahe andächtig. Nur den kleinen Kater Joschi hörte man gelegentlich ein wenig leidend aus seiner Tragebox miauen. Bei all den neugierigen Hunden rundherum aber auch nicht verwunderlich. Immerhin blieb dem Kater in diesem Jahr wiehern, mähen oder der Anblick eines Lamas – bis dato exotischster Teilnehmer der Gottesdienste für Mensch und Tier – erspart. Das sei zwar schade, so Czapek, der Stimmung aber tat das gewiss keinen Abbruch.

Schon alleine deshalb, weil auch das Wetter mitspielte: Strahlend blauer Himmel begleitete den Gottesdienst und sorgte so auch mit dafür, dass das Kaffee- und Kuchenbuffet im Anschluss bestens ausgelastet war. Und so traten Zwei- und Vierbeiner glücklich wieder den Heimweg an – die Halter mit gefülltem Magen, ihre Schützlinge mit einem ausgiebigen Spaziergang und dem Segen, den sie von Pfarrer Löttgen-Tangermann mit auf den Weg bekommen hatten.

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