Interview mit Autorin Gigi Louisoder: "Es kommt auf die Verpackung an"

Interview mit Autorin Gigi Louisoder : "Es kommt auf die Verpackung an"

Krimis liest Gigi Louisoder eigentlich überhaupt nicht gerne - sie schreibt sie lieber selbst. Spannendes für Schnellleser. Krimis für zehn Minuten. In diesem Jahr hat die Bad Honneferin ihre ersten beiden Taschenbücher veröffentlicht.

Neben "Gigis Krimis" ist auch die "Kabarettistische Lesereise", die sie gemeinsam mit Annette Arndt verfasst hat, im Buchhandel erhältlich. Über ein Hobby, aus dem gerne mehr werden dürfte, sprach Gigi Louisoder mit Gabriela Quarg.

Sie mögen keine Krimis, schreiben aber welche? Wieso?
Gigi Louisoder: Was mich an den meisten Krimis stört, ist die unendliche Länge. Ich möchte kurze, schnelle Spannung haben. Meine Krimis sind daher kein Lesestoff für zehn Tage oder zehn Stunden, sondern für zehn Minuten. Mein Ziel ist es, auf nur fünf bis sechs Seiten Spannung aufzubauen.

Wann haben Sie mit dem Schreiben begonnen?
Louisoder: Ich habe schon immer geschrieben - allein aufgrund meines Berufs als Redakteurin und später als Pressesprecherin. Für mich privat habe ich auch unterhaltsame Geschichten geschrieben. Freunde haben mich dann ermutigt, weiterzumachen. 2011 habe ich völlig überraschend den Poetry Slam in Remagen gewonnen. Das hat mich bestärkt, aus meinen Geschichten ein Buch zu machen.

Was ist das für ein Wettbewerb?
Louisoder: In öffentlichen Lesungen kann jeder seine Texte vortragen, und die Zuhörer stimmen dann im Anschluss über die drei besten ab. Ich habe mit einem meiner Krimis und einer anderen Geschichte gewonnen.

Sie schreiben nicht nur Krimis. Wovon handeln die anderen Geschichten?
Louisoder: Es sind hauptsächlich Geschichten über Paarbeziehungen, in denen sich viele wiedererkennen können. Ich habe Spaß daran, solche zwischenmenschlichen Probleme zu Papier zu bringen. Auch persönliche Erlebnisse und Erfahrungen fließen ab und zu in diese Geschichten ein - im Gegensatz zu meinen Krimis.

Woher holen Sie sich denn die Anregungen für ihre Krimis?
Louisoder: Zum Beispiel aus Nachrichten. Ein Bericht über einen Angriff von Kampfhunden war Ideengeber für meinen Krimi "Tod im Hundezwinger". Auch habe ich mal gelesen, dass jemand durch Trockeneis gestorben ist - ein perfektes Mordwerkzeug für einen Krimi. Natürlich ist auf dem Buchmarkt alles schon mal da gewesen, es kommt aber auf die neue Verpackung an.

Wie lange schreiben Sie an einer Geschichte?
Louisoder: Das ist unterschiedlich. Manchmal "schreibt's" mich geradezu, dann sitze ich bis spät in die Nacht am Schreibtisch. Besonders leicht fällt es mir, zwischenmenschliche Themen darzustellen. Außerdem habe ich drei neue Krimis in Arbeit - in den letzten eineinhalb Jahren habe ich schon insgesamt 19 Kriminalgeschichten geschrieben.

Ist das Schreiben für Sie mittlerweile mehr als ein Hobby?
Louisoder: Noch ist es ein Hobby, es kann aber auch mehr werden. Fest steht, dass ich weiterschreiben werde. Und bisher war die Resonanz ja auch sehr gut. Aber ich möchte nicht nur schreiben, sondern auch in Lesungen auftreten.

Was lesen Sie selbst gerne?
Louisoder: Natürlich lese ich sehr gerne, etwa 15 bis 20 Bücher im Jahr, am liebsten Belletristik. Unter anderem Leon de Winter.

Zur Person

Michaela, genannt Gigi, Louisoder ist in Tegernsee geboren. Sie arbeitete als Redakteurin unter anderem bei der Münchener Abendzeitung und erhielt 1985 den bayerischen Filmförderpreis für ihr Drehbuch "Volltreffer". Später war sie Pressesprecherin eines Unternehmens in Berlin, lebte dann vier Jahre in Spanien. Seit zweieinhalb Jahren wohnt sie mit ihrem Mann und Hund in Bad Honnef.