Interview: Heinz Kälber Guido Wilhelmy vom MGV Liederkranz: "Das ist Gänsehautfeeling"

Interview: Heinz Kälber Guido Wilhelmy vom MGV Liederkranz : "Das ist Gänsehautfeeling"

Weihnachten 2014 war es ein Experiment. An diesem Sonntag (16 Uhr in der Pfarrkirche Sankt Aegidius in Aegidienberg, Eintritt frei) geben der MGV Liederkranz und der Spielmannszug der KG Klääv Botz ihr zweites gemeinsames Konzert unter dem Motto "Am Weihnachtsbaum".

Im vergangenen Jahr war es in der Pfarrkirche so voll wie am Heiligen Abend...
Guido Wilhelmy: Ja, es war ein Experiment. Dass dieses gemeinsame Konzert so gut ankommt, konnte keiner ahnen. Die Leute wollen das hören, sie haben gefragt, ob wir das wiederholen.

Heinz Kälber: Ja, sie freuen sich darauf. Und sie können bei einigen Liedern wieder mitsingen.

Wilhelmy: Die Zuhörer wollen auch aktiv werden. Ganz zum Schluss beim "Stille Nacht" singen alle, auch die Musiker. Und ich begleite an der Orgel. Das gibt das weihnachtliche Feeling.

Kälber: Weihnachtliche Stimmung zu verbreiten - das ist unser Ziel.

Das war dann schon der zweite Sommer, in dem Sie "Leise rieselt der Schnee" geprobt haben! Fällt das schwer?
Kälber: Wir haben nach den Sommerferien mit den Proben für dieses Konzert begonnen. "Oh Tannenbaum" bei 31 Grad ist nicht nur schweißtreibend, sondern auch gewöhnungsbedürftig. Auch diesmal haben wir ein Probenwochenende in der Jugendherberge in Montabaur absolviert und viele Stunden nur Weihnachtslieder einstudiert.

Wilhelmy: Unsere Vorbereitungen haben wegen unseres Konzertes und der Veranstaltungen im Oktober zum 140-jährigen Chorjubiläum später angefangen. Der Auftritt im Franziskushaus war unser erster Warmlauf für Weihnachten. Aber ich bin guter Dinge. Erstmals haben wir in unser Programm "Oh Happy Day" aufgenommen. Dabei wird einer unserer jüngsten Sänger, Dennis Feinhals, zum ersten Mal als Tenor solistisch auftreten. Er gehört zu den vier neuen aktiven Sängern in unseren Reihen - zwei sind Anfang 20, zwei Mitte 40. Das sind alles recht gute Talente mit tragenden Stimmen.

Davon träumen alle Gesangvereine ...
Wilhelmy: Noch auf unserem Bunten Abend im Karneval haben sich Dennis Feinhals und Tobi Clever angemeldet.

Kälber: Der MGV hat von unserem Lied "Kommt zum Verein", das wir als Quintett zum 111-jährigen Bestehen der KG Klääv Botz einstudiert und dann auch beim Bunten Abend vorgetragen haben, profitiert. Als ehemaliger Prinz gehörte Guido Wilhelmy auch mit zum Quintett.

Gibt es beim Spielmannszug auch Neuerungen?
Kälber: Wir haben extra fürs Weihnachtskonzert für unsere jüngeren Mitglieder größere und längere Altflöten angeschafft, die zu bestimmten Stücken eingesetzt werden. Die Töne klingen dadurch fülliger.

Wilhelmy: Ein Spielmannszug trägt den Stempel: Marsch und Karneval. Dass er auch so etwas Konzertantes machen kann, ist vielen nicht bewusst. Aber der Spielmannszug der Klääv Botz hat schon bei der Kölschen Messe gezeigt, dass er nicht nur Karnevalsmusik beherrscht, etwa bei "Highland Cathedral".

Kälber: Das spielen wir am Sonntag auch. Das ist Gänsehautfeeling.

Wie kommt das Programm zustande?

Wilhelmy: Jeder sucht für sich Stücke raus, dann schauen wir, ob etwas gemeinsam geht. Das Programm soll abwechslungsreich, heiter und besinnlich sein. Für das Heitere ist Heinz Kälber zuständig.

Zu den Personen

Guido Wilhelmy (50) leitet den MGV Liederkranz seit Oktober 2012. Seit mehr als 30 Jahren lenkt der studierte Kirchenmusiker Chöre. Von Beruf ist er Versicherungskaufmann. Mit seiner Familie lebt er seit 1997 in Aegidienberg. Mit seiner Frau Ulli bildete er 2012 das Aegidienberger Prinzenpaar.

Heinz Kälber (56), von Beruf Fleischermeister, zog mit seiner Familie 1999 nach Aegidienberg. Alle Familienmitglieder sind im Spielmannszug aktiv: Heinz Kälber spielt Lyra, seine Frau Vroni schlägt das Becken, Sohn Andreas ist Trommler, Tochter Regina Flötistin und Ausbilderin.