Dependance der Gesamtschule Rheinbach in Alfter: Zweigstelle könnte in zwei Jahren eröffnen

Dependance der Gesamtschule Rheinbach in Alfter : Zweigstelle könnte in zwei Jahren eröffnen

Ab dem Schuljahr 2018/2019 oder 2019/20 könnte eine Außenstelle der Rheinbacher Einrichtung in Oedekoven starten. Eine zweizügige Variante mit 50 Schülerinnen und Schülern ist möglich.

Mit Spannung hatten die Mitglieder des Alfterer Ausschusses für Bildung, Generationen, Sport, Soziales, Inklusion und Kultur am Donnerstagabend den Besuch der Leiterin der Rheinbacher Gesamtschule, Elke Dietrich-Rein, erwartet, die sich in dem Gremium zur Errichtung einer Dependance in der Gemeinde Alfter äußern sollte. Ebenfalls eingeladen war der Rheinbacher Beigeordnete Raffael Knauber. Als Standort kommen die Räume der ehemaligen Hauptschule in Oedekoven in Frage, die zum vergangenen Schuljahr ausgelaufen ist.

„Ohne die Unterstützung aus Alfter hätten wir es nicht geschafft“, blickte Knauber auf die Gründung der Rheinbacher Gesamtschule vor zwei Jahren zurück. Diese war nur durch eine im Januar 2014 unterzeichnete Kooperationsvereinbarung zur Errichtung einer integrierten Gesamtschule mit der Gemeinde Alfter zustande gekommen. Als weiteren Schritt wurde damals festgehalten, dass nach der Gründung eine Rheinbacher Zweigstelle in der auslaufenden Hauptschule in Oedekoven vorbereitet werden sollte. Genau diese steht noch aus.

Kein Wunder also, dass die Ausschussmitglieder vor allem die Frage interessierte, wann die Alfterer Zweigstelle starten kann, und ob die Stadt Rheinbach weiterhin zu der Vereinbarung steht. Knauber stellte klar, dass die Stadt Rheinbach nach wie vor im Geiste der Vereinbarung eine Außenstelle in Alfter anstrebe. Das sei mit Bürgermeister Stefan Raetz ausdrücklich abgestimmt.

Die Entscheidung, lediglich eine fünf- statt eine laut Vereinbarung sechszügige Gesamtschule zu errichten, sei aus Kostengründen gefallen. Die Stadt Rheinbach investiere insgesamt 7,2 Millionen Euro in die Erweiterung der Schulgebäude.

Denkbar ist eine zweizügige Variante mit 50 Schülerinnen und Schülern

Zu der Frage des Zeithorizonts äußerte sich die Schulleiterin Elke Dietrich-Rein. „Mit Bauchschmerzen könnte ich einem Anmeldeverfahren für 2018/19 zustimmen, lieber ist mir 2019/20“, sagte sie.

Hintergrund ist die Unruhe, die die Umzüge der Schule innerhalb von Rheinbach brächten. So war die Schule bis Sommer in den Räumen der auslaufenden Hauptschule am Dederichsgraben und der ebenfalls auslaufenden Tomburg-Realschule untergebracht. Zum Schuljahresbeginn zog sie komplett in die Realschule um. In zwei Jahren sind die Erweiterungen an den beiden Standorten voraussichtlich abgeschlossen, und ein weiterer Umzug steht an.

Darüber hinaus war die Größe der Nebenstelle Thema. Möglich ist demnach eine zweizügige Variante mit 50 Schülerinnen und Schülern. Schulleiterin Dietrich-Rein unterstrich aber, dass für sie nur eine dreizügige Schule (75 Schüler) in Frage komme, um eine ausreichende Differenzierung anbieten zu können. Eine eigene Oberstufe in Alfter sei daher nicht realistisch. Dafür müssten die Schüler dann nach Rheinbach oder auf eine der Bonner Gesamtschulen wechseln.

Als ersten Schritt zur Gründung der Gesamschul-Dependance in Alfter schlug Bürgermeister Rolf Schumacher vor, die Eltern der Erst- bis Drittklässler zu befragen, um einen Bedarf zu ermitteln, der Grundlage für den Antrag bei der Bezirksregierung sei.

Dem schloss sich der Ausschuss mit großer Mehrheit an, der auch dafür votierte, einen Zeitplan zur Gründung einer Nebenstelle mit der Stadt Rheinbach und der Bezirksregierung zu erarbeiten. Alleine die UWG stimmte dem Beschlussvorschlag der Verwaltung nicht zu. Die Interessenbekundung der Eltern sei etwas anderes als eine Anmeldung, meinte Dorothea Tradt. Und: Die Anmeldezahlen an Gesamtschulen in Bonn, Bornheim und Rheinbach seien nicht ausreichend, so dass eine Zweigstelle eventuell nicht genehmigt werde. Zudem koste auch eine Dependance einer Schule die Gemeinde Geld.

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