Fachmesse imm cologne : Diese Trends erwartet die Möbelmesse in Köln

Die deutsche Möbelindustrie will 2020 beim Umsatz wieder zulegen. Bei der Fachmesse imm cologne sind1262 Aussteller aus 50 Ländern dabei. Die Messe startet am 13. Januar zunächst für Fachbesucher, am 17. Januar für Endverbraucher.

Die deutsche Möbelindustrie bleibt trotz leichter Umsatzrückgänge im vergangenen Jahr für 2020 zuversichtlich. „Wir gehen mit realistischem Optimismus in das neue Jahrzehnt und gehen für 2020 von einem leichten Umsatzplus von circa einem Prozent aus“, sagte am Mittwoch Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, anlässlich der am 13. Januar zunächst für Fachbesucher beginnenden Internationalen Möbel- und Einrichtungsmesse (imm cologne) in Köln.

Das vergangene Jahr bescherte der deutschen Möbelindustrie mit seinen 477 Betrieben und 85 000 Beschäftigten ein leichtes Umsatzminus. Kurth: „Das war alles nicht besonders einfach. Nach zehn Monaten, also bis einschließlich Ende Oktober, weist die Branchenstatistik ein leicht negatives Ergebnis von 0,4 Prozent mit einem Gesamtumsatz von knapp 14,9 Milliarden Euro aus. Für das Gesamtjahr rechnen wir mit einem Umsatz von rund 18 Milliarden Euro, was einem Minus von 0,6 Prozent entspricht.“ Eine Verbraucherbefragung macht der Branche Mut: „Die Deutschen haben durchaus Lust auf das Thema Wohnen und Einrichten“, sagte Kurth. Die Ausgabebereitschaft sei da: Immerhin knapp ein Viertel aller Deutschen und damit knapp 19 Millionen Menschen in 9,3 Millionen Haushalten planten der repräsentativen Befragung zufolge im kommenden Jahr die Anschaffung neuer Möbel. Durchschnittlich wolle jeder Haushalt fast 2600 Euro ausgeben. Gerade bei jungen Menschen sei die Lust auf neue Möbel spürbar.

Die aktuelle Entwicklung der Auslandsmärkte stimmten ebenfalls positiv. Knapp jedes dritte in Deutschland produzierte Möbel ginge ins Ausland. Insgesamt sind laut Kurth die Ausfuhren 2019 um 2,1 Prozent gestiegen. Besonders große Steigerungen registrierte man in den USA und Russland, während China als Wachstumsmarkt der vergangenen Jahre um mehr als ein Fünftel einbrach. In Europa bleibt Frankreich der wichtigste Auslandsmarkt für die deutschen Hersteller, während der bevorstehende Brexit in Großbritannien mit einem Umsatzminus von mehr als drei Prozent deutliche Spuren hinterlässt. Insgesamt konnten vor allem Küchenproduzenten und ein wenig auch Büro- und Ladenmöbelhersteller zulegen, während die Sparten Matratzen, Polstermöbel sowie Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel ein Minus verzeichneten.

Anders als die Möbelindustrie hat sich der Möbelhandel im vergangenen Jahr positiv entwickelt. „Der Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandel hat 2019 den Umsatz des Vorjahrs um rund vier Prozent übertroffen und liegt mit 34,2 Milliarden Euro Jahresbruttoumsatz auf hohem Niveau“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Möbel und Küchen (BVDM), Thomas Grothkopp, der 9000 Unternehmen mit etwa 100 000 Beschäftigten vertritt. 2020 erwarte der Verband eine stabile Nachfrage. Als vermutlichen Grund für das Umsatzplus nannte Grothkopp die gut laufenden Randsortimente des Möbelhandels, also beispielsweise Küchenartikel, Textilien, Lampen und Accessoires.

Zwei Trends werden sich laut Grothkopp auch im kommenden Jahr fortsetzen. Zum einen würden immer mehr Möbelmärkte in gut frequentierte Innenstadtlagen streben, zum anderen werde der Onlinehandel weiter zulegen. Schon jetzt erwirtschaften die Händler zehn Prozent des gesamten Umsatzes im Internet.

„2019 war kein leichtes Jahr für die Möbelindustrie“, sagte Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Kölnmesse. Umso wichtiger sei es, dass Veranstaltungen Events seien, die emotional in die Branchen und die Öffentlichkeit strahlen und die digitale Transformation leben. „Messen müssen immer mehr eine inspirierende Umgebung für das Geschäft schaffen“, sagte Böse. Im Kern seien es die Begegnungen, die den Erfolg einer imm cologne ausmachten: „Wir schaffen hierfür den Raum.“