Vor 50 Jahren eröffnete in Köln der erste Handelshof

Vor 50 Jahren eröffnete in Köln der erste Handelshof

Wer sich genau im Handelshof in Köln-Poll umschaut, findet noch Hinweise auf die Anfänge. Eröffnet wurde der Markt vor 50 Jahren in einer 2 000 Quadratmeter großen Halle, die vorher der Düsseldorfer Messe gedient hatte.

Köln. Wer sich genau im Handelshof in Köln-Poll umschaut, findet noch Hinweise auf die Anfänge. Eröffnet wurde der Markt vor 50 Jahren in einer 2 000 Quadratmeter großen Halle, die vorher der Düsseldorfer Messe gedient hatte, erzählt Wolfgang Baer, Sprecher der Geschäftsführung der Handelshof-Gruppe.

Die Halle hatten die Unternehmensgründer, die Firmen A. Himmelreich und Franz Willick, günstig gekauft, abbauen und in Köln wieder aufbauen lassen. Der Besucher muss aber genau hinsehen. Durch Um- und Ausbauten hat der Markt heute 15 000 Quadratmeter.

Himmelreich und Willick sind alte Kölner Kaufleute. 1841 startet Frank Willick als Kaffee-Importeur, Alfred Himmelreich machte 1897 ein Kolonialwarengeschäft in der Ehrenstraße auf. Beide Unternehmen waren als stille Gesellschafter zu einem Drittel beteiligt, als 1959 in Haan der erste Handelshof eröffnet wurde.

Die Stammfirmen, die auch heute noch hinter dem Unternehmen stehen, gründeten dann 1961 die Handelshof-Gruppe und eröffneten im Herbst in Köln den Markt. "Das waren goldenen Zeiten", erklärt Baer. Cash & Carry-Märkte, Selbstbedienungsläden für Weiterverkäufer, waren neu und trafen voll den Geschmack der Kunden.

Hier holten Gastronomen, Hoteliers oder Kaufleute Ware selbst ab, mussten also nicht darauf warten, bis sie ihnen geliefert wurde. Die Märkte damals waren direkt profitabel, so Baer. Bis 1992 machten vier weitere Märkte auf. Einen Wachstumsschub gab es 1996, so Baer. Die Gruppe übernahm fünf Märkte eines Wettbewerbers und eröffnete in Rheinbach einen weiteren.

Heute betreibt das Unternehmen 16 Märkte in NRW und Norddeutschland. In ihnen arbeiten 2 300 bis 2 400 Mitarbeiter, darunter 146 in Rheinbach und 140 in der Kölner Firmenzentrale. 2010 setzte die Gruppe 672 (2009: 653) Millionen Euro um. Den Gewinn nennt das Unternehmen nicht. Nur so viel: Die Ergebnisse seien "ganz ordentlich", so Baer.

Im vergangenen Jahr hätten aber Neueröffnungen in Hamm und Rostock das Ergebnis belastet. 26 Millionen statt der sonst üblichen sechs bis acht Millionen habe das Unternehmen investiert. Die Zukäufe müssten erst einmal verdaut werden, so Baer. Erst dann soll es eine weitere Expansion geben. Die Konkurrenz im Handel ist härter geworden.

Der Handelshof fühlt sich aber laut Baer wohl in seiner Nische. Über die Hälfte des Umsatzes macht das Unternehmen mit der Gastronomie, dazu kommen Freiberufler, die ihren Bürobedarf decken, und Handwerker. Mit Discountern will der Handelshof nicht konkurrieren. Er setzt auf höhere Qualität, Service und ein breites Sortiment auch mit frischem Obst und Gemüse.

120 000 Produkte sind gelistet, davon ist etwa ein Zehntel Pflichtsortiment. Den Rest stellen sich die Märkte nach ihren Bedürfnissen zusammen. Etwa 80 000 Artikel hat jeder Markt in den Regalen. Und die bringt das Unternehmen immer öfter zum Kunden.

20 Prozent des Umsatzes wird inzwischen über die Zustellung erzielt. An den neuen Märkten haben die Stämme des Familienunternehmens die gleichen Anteile. Inzwischen gibt es 17 Gesellschafter, darunter die Bruno und Helene Jöster-Stiftung, die Projekte im Gesundheitswesen unterstützt.

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