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Tarifverhandlungen: Verdi ruft zu bundesweiten Streiks bei der Postbank auf

Tarifverhandlungen : Verdi ruft zu bundesweiten Streiks bei der Postbank auf

In den Tarifverhandlungen bei der Postbank macht die Gewerkschaft Verdi Druck: Am Donnerstag kam es zu Warnstreiks. Die Verhandlungen gehen am Montag in Königswinter weiter.

Postbank-Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen und Frankfurt am Main waren am Donnerstag zu Warnstreiks aufgerufen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hatte dazu aufgerufen. In Stuttgart und Karlsruhe gab es Kundgebungen. In den kommenden Tagen sollen die Streiks laut Verdi bundesweit ausgeweitet werden.

Damit will die Gewerkschaft Druck auf die Arbeitgeber der Deutsche Bank Privat- und Firmenkundenbank AG machen, in der nächsten Verhandlungsrunde am 9. und 10. September in Königswinter ein Angebot vorzulegen. In der zweiten Verhandlungsrunde am 13. und 14. August hatten die Arbeitgeber kein Angebot unterbreitet.

„Wir erwarten, dass die Arbeitgeber sich in der nächsten Runde endlich bewegen, statt immer wieder mit neuen Gerüchten rund um den Konzernumbau für Verunsicherung zu sorgen“, betonte Verdi–Verhandlungsführer Jan Duscheck. Die Erträge im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden würden sich in Deutschland im 2. Quartal auf 1,7 Milliarden Euro belaufen, das sei ein Anstieg um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Unter schwierigsten Bedingungen erwirtschaftet“

Nach Angaben der Privat- und Firmenkundenbank AG hätten gestiegene Geschäftsvolumen die niedrigere Zinsmargen im Einlagengeschäft mehr als ausgeglichen. „Dieser Erfolg wurde von den Beschäftigten unter schwierigsten Bedingungen erwirtschaftet, das muss jetzt Früchte tragen“, so Duscheck. Zu den Spekulationen über die Zukunft der Postbank-Zentrale in Bonn könne er nur schwer etwas sagen, sagte Duschek dem General-Anzeiger, denn von Arbeitgeberseite sei niemand bislang in dieser Frage auf die Gewerkschaft zugekommen. Es gebe für die Beschäftigten eindeutige Schutzklauseln wie beispielsweise den Schutz vor Betriebsbedingten Kündigungen. Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter gehe das Konzept „Eine Bank, zwei Marken“ auf. Es gebe keinen Grund, an der Tatsache, dass es eine Zentrale mit Standorten in Frankfurt und Bonn gebe, etwas zu ändern.

Durch die Warnstreiks wird es nach Angaben der Gewerkschaft in den kommenden Tagen zu Verzögerungen in den Arbeitsabläufen, Einschränkungen im Zahlungsverkehr und Filialschließungen kommen. Am Mittwoch hatte es bereits Warnstreiks in München und Umgebung. Verhandelt wird für rund 12.000 Beschäftigte bei Teilen der Deutsche Bank Privat- und Firmenkundenbank AG, Postbank Filialvertrieb sowie der BHW-Kreditservice und weiterer Tochterunternehmen, zu denen die Betriebscenter für Banken, PB Service, PB Direkt, PB Firmenkunden AG gehören.

Verdi fordert die Erhöhung der Gehälter um sieben Prozent, mindestens 200 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Beschäftigten sollen dabei wählen können, ob sie mehr Geld oder mehr Freizeit erhalten möchten. Des Weiteren fordert Verdi eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro. Für Verdi-Mitglieder werden außerdem sechs Gesundheits- und Entlastungstage gefordert.