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Bis Ende 2020: Deutsche Bank und Postbank bauen 750 Stellen ab

Bis Ende 2020 : Deutsche Bank und Postbank bauen 750 Stellen ab

In der Zentrale von Postbank und Deutscher Bank sollen 750 Vollzeitarbeitsplätze bis Ende 2020 abgebaut werden.

In der Zentrale der DB Privat- und Firmenkundenbank, wie die fusionierte Privatkundeneinheit offiziell heißt, mit den Standorten Frankfurt und Bonn sollen bis Ende 2020 weitere 750 Vollzeitstellen abgebaut werden. Im Rahmen der Postbank-Integration in die Deutsche Bank (DB) werden die Mitarbeiter der Zentrale von Postbank und Deutscher Bank aber erst im Laufe der kommende Woche offiziell in Versammlungen Details erfahren, in welchen Abteilungen wie viele Stellen gestrichen werden.

Am Freitag erhielten sie erst einmal ein Schreiben von Deutsche-Bank-Privatkundenvorstand Frank Strauß. Er informierte die Mitarbeiter der DB Privat- und Firmenkundenbank darüber, dass Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Seite am Donnerstagabend den Interessenausgleich für die Zentrale abgeschlossen haben. Ziel sei, Doppelungen an den beiden Standorten Frankfurt und Bonn abzuschaffen: „Jede Funktion gibt es mittelfristig nur einmal, entweder in Frankfurt oder in Bonn“, so Strauß.

In der Zentrale sorgte die Meldung nicht mehr für Aufregung. Intern war der Umfang des Schrittes schon länger klar. Der Stellenabbau soll sozialverträglich umgesetzt werden, in dem natürliche Fluktuation, Altersteilzeit, und Abfindungen genutzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen soll es keine geben. Insgesamt hat die DB Privat- und Firmenkundenbank derzeit rund 28 000 Vollzeitarbeitskräfte. Nach der jüngsten Vereinbarung fallen 20 bis 25 Prozent der Jobs in den Zentralen weg. Bonn und Frankfurt sollen ungefähr gleichmäßig betroffen sein.

Lange war die Deutsche Bank unsicher, was sie mit der Postbank eigentlich will. 2017 entschied sich der Vorstand, die Bonner Tochter Postbank nicht zu verkaufen, sondern in ihr Privat- und Firmenkundengeschäft einzugliedern. Im Oktober 2017 war der Beschluss gefallen, eine Bank mit zwei Marken zu errichten. Inzwischen sieht der Vorstand das Bonner Institut als wichtigen Konzernbestandteil. Im Mai 2018 wurde die DB Privat- und Firmenkundenbank AG im Handelsregister eingetragen.

Allerdings ist der Umbau noch nicht beendet. „Wir werden kontinuierlich über die nächsten Jahre weiter abbauen“, sagte Strauß am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Seit Anfang 2017 bis zum Ende des erstens Quartals 2019 wurden in dem Segment 5500 Vollzeitstellen abgebaut. An dem Modell mit zwei Standorten will Strauß nicht rütteln, wie er klarstellte: „Ökonomisch ist die Lösung mit zwei Zentralen für uns die einzig vernünftige Struktur. Einen dieser großen Standorte zu schließen, wäre zu teuer. Wichtig ist, die Synergien zu heben.“

Gemeinsame Verwaltung und IT sollen Kosten senken und die Schlagkraft erhöhen. Ab 2022 soll die Postbank-Integration 900 Millionen Euro Synergien jährlich bringen, hatte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing im Mai auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank angeündigt. Umbau und IT-Investitionen kosten gleichzetiig 1,9 Milliarden Euro.

Im Mai hatte die Deutsche Bank bereits beschlossen, die Postbank-Tochter BHW und die wesentlich kleinere Bausparkasse der Deutschen Bank zusammenzulegen. Unter der Marke BHW entstehe somit Deutschlands zweitgrößte private Bausparkasse nach Marktführer Schwäbisch Hall. Von der Fusion der BHW Bausparkasse AG und der DB Bauspar AG verspricht sich die Bank ab 2022 jährliche Nettoeinsparungen von etwa 25 Millionen Euro.

Die Verhandlungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite bei der DB Privat- und Firmenkundenbank gehen aber noch weiter. Noch keine Einigung gibt es nämlich bisher über die Zusammenlegung des Bereichs Operations, zu dem Kontoservice und Kreditabwicklung gehören. Im Gespräch ist die mögliche Streichung von 1200 Vollzeitstellen bis Ende des Jahres 2022.