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Trendwende bei Deutscher Bank?: Deutscher Bank bleibt nur ein kleiner Gewinn

Trendwende bei Deutscher Bank? : Deutscher Bank bleibt nur ein kleiner Gewinn

Nach drei Verlustjahren hat die Deutsche Bank für das vergangene Jahr wieder einen Gewinn geschrieben. Für das laufende Jahr sei nun Stabilisierung angesagt – und die Bank will wieder in Wachstum investieren.

341 Millionen Euro schaffte sie unter dem Strich nach einem Verlust von 735 Millionen 2017. Das erreichte sie vor allem durch deutliche Einsparungen, die Erträge aber waren weiter rückläufig. „Die Rückkehr in die Gewinnzone zeigt, dass die Bank auf dem richtigen Weg ist“, sagte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Auf dem richtigen Weg – das dürfte auch eine Aussage in Richtung Politik gewesen sein. Denn in den vergangenen Tagen ist offenbar der Druck auf die Bank gewachsen, mit der Commerzbank zusammenzugehen. Den fühle er nicht und „es ist auch kein Eingreifen“, sagte Sewing: „Wir haben unsere Ziele 2018 erreicht und sind zuversichtlich, dass das auch 2019 gelingt. Über alles andere machen wir uns keine Gedanken. Wir haben unseren Plan, das ist unser Weg.“

Angeblich, so berichtete die Süddeutsche Zeitung, sind die Fusionspläne der beiden Großbanken weit gediehen: So habe die EZB als zuständige europäische Bankenaufsicht von beiden Banken gefordert, „rentabel“ zu sein, um fusionieren zu können – im anderen Fall würde die EZB ihre Genehmigung wohl verweigern. Am Donnerstag hatte der amerikanische Nachrichtendienst Bloomberg berichtet, die Fusion stünde schneller an als erwartet. Das sieht auch Markus Rießelmann, Analyst von Independent Research, als Indiz: „Da ist offenbar wirklich was im Busch.“ Und: „Die Wende im Investmentbanking muss der Deutschen Bank gelingen“, sagt er. Sonst werde eine „Notheirat“ der beiden Institute wahrscheinlicher.

Das vierte Quartal hat der Bank den Gewinn für das Gesamtjahr noch etwas verhagelt. Denn da war nicht nur das Marktumfeld schwach. Es habe auch „negative Nachrichten“ rund um die Bank gegeben, räumte Finanzvorstand James von Moltke ein. Da hatte zunächst im Zusammenhang mit den „Panama Papers“ eine Geldwäsche-Razzia stattgefunden, bei der 170 Ermittler im November die Zentrale der Bank durchsucht hatten. Um Geldwäsche geht es auch im Fall der Danske Bank. Auch dort besteht der Verdacht, dass die Deutsche Bank stärker in diesen Skandal verwickelt sein könnte.

Geldwäsche-Vorwürfebelasten das Geschäft

Rechtsvorstand Karl von Rohr versicherte jedoch, die bisherigen Recherchen zeigten in beiden Fällen kein Fehlverhalten der Bank. Man arbeite in allen Fällen eng mit den Behörden zusammen. Rückstellungen habe man für diese beiden Fälle nicht neu gebildet, sagte er.

Allein die Nachrichten von den Geldwäsche-Vorwürfen hatten aber schon für ein schwächeres Geschäft der Bank im vierten Quartal gesorgt. Das Marktumfeld habe sich zu Jahresbeginn schon verbessert, darauf setzt Bankchef Sewing auch für das laufende Jahr.

Das allein reiche aber nicht, moniert Analyst Rießelmann. Denn von einem besseren Marktumfeld dürften dann eher andere Banken profitieren, die ihre „Hausaufgaben“ eben längst gemacht hätten. Im Investmentbanking schwächelt die Deutsche Bank immer noch. In diesem Bereich sanken die Erträge im vergangenen Jahr auf 13 Milliarden Euro, das war gut eine Milliarde weniger als noch 2017. Abwärts ging es auch für die Vermögensverwaltung mit der DWS, das Ergebnis halbierte sich auf 367 Millionen Euro.

Nur die Privat- und Firmenkundenbank, in der auch die Postbank aufgegangen ist, blieb stabil. Sie konnte ihren Gewinn sogar steigern von 465 auf 829 Millionen Euro. Das zeige, wie wichtig dieses zweite Standbein sei, sagte Sewing. Bei den Erträgen ist noch viel zu tun, die Kosten hingegen hat die Bank allmählich im Griff. Sie sanken um 1,1 Milliarden Euro auf 22,8 Milliarden Euro. Das gelang auch durch den Abbau von fast 6000 Vollzeitjobs im vergangenen Jahr. 91 700 Mitarbeiter zählt die Bank jetzt noch, bis zum Jahresende sollen weniger als 90 000 beschäftigt sein. Auch soll weiter gespart werden: Die Bank will die Kosten auf 21,8 Milliarden Euro senken.