Solarworld streicht 420 Stellen

Solarworld streicht 420 Stellen

Der Bonner Solarworld-Konzern strafft angesichts des weltweiten brutalen Preiskampfs in der Branche seine Fertigung. Das Unternehmen legt in den USA die Produktion am Standort Hillsboro in Oregon zusammen und schließt die Fabrik im kalifornischen Camarillo.

Bonn. Der Bonner Solarworld-Konzern strafft angesichts des weltweiten brutalen Preiskampfs in der Branche seine Fertigung. Das Unternehmen legt in den USA die Produktion am Standort Hillsboro in Oregon zusammen und schließt die Fabrik im kalifornischen Camarillo.

170 Mitarbeiter werden dort entlassen. Am deutschen Standort Freiberg werden durch neue Maschinen zur Fertigung von Solarwafern 250 Leiharbeiter überflüssig. "Wir modernisieren unsere Fertigung und senken unsere Produktionskosten", sagte Solarworld-Chef Frank Asbeck am Freitag.

"Damit halten wir unseren Lohnkostenanteil weiterhin bei unter zehn Prozent." Das US-Werk in Camarillo, wo Wafer-, Zellen- und Module gefertigt werden, hatte Solarworld 2006 zusammen mit anderen Geschäften von Shell übernommen. In Camarillo werde zwar die Fertigung geschlossen, der Standort bleibe aber Vertriebszentrum für die USA.

Mit den Sparplänen reagiert Solarworld auch auf den Umbau bei Konkurrenten, die zunehmend in Billiglohnländern produzieren. Solarworld hatte sich vor einigen Monaten bereits aus einem Gemeinschaftsunternehmen in Südkorea zurückgezogen. Als Begründung nannte Asbeck damals hohe Transportkosten zu den Märkten sowie mangelnde Qualität.

Nach dem gewaltigen Ausbau der Solarkapazitäten in den vergangenen Jahren tobt in der Branche derzeit wegen Überkapazitäten ein unerbittlicher Preiskampf. Dem sind in den USA zuletzt bereits mehrere Unternehmen zum Opfer gefallen - unter anderem der Solarpionier Evergreen und der Zellhersteller Solyndra. Auch in Deutschland ringen mehrere Firmen ums Überleben.

"Die Preise sind im ersten Halbjahr erneut um ein Viertel gefallen", sagte Asbeck. Weil auch der Zubau von Solaranlagen stocke, werde sich der Branchenumsatz auf dem deutschen Markt in diesem Jahr voraussichtlich mehr als halbieren. Experten erwarten schon seit längerem Firmenpleiten. "Wir sind mitten in einem Auswahlprozess", sagte Jan-Philipp Gillmann, der bei der Commerzbank die Finanzierung von Projekten bei erneuerbaren Energien betreut.