Bornheimer Brüder wegen Steuerhinterziehung verurteilt

Bornheimer Brüder wegen Steuerhinterziehung verurteilt

Die gleiche Idee wie der frühere Postchef Klaus Zumwinkel hatten zwei wohlhabende Brüder aus Bornheim: Im Fürstentum Liechtenstein gründeten sie eine Stiftung mit einem Millionenguthaben.

Bornheim/Bonn. Die gleiche Idee wie der frühere Postchef Klaus Zumwinkel hatten zwei wohlhabende Brüder aus Bornheim: Im Fürstentum Liechtenstein gründeten sie eine Stiftung mit einem Millionenguthaben.

Zum Verhängnis wurde den Brüdern jedoch - wie auch Zumwinkel -, dass die Steuerbehörden eine CD-Rom mit Kundendaten der liechtensteinischen LGT-Bank erhalten hatten. Am Dienstag mussten sich der 59 Jahre alte Bankkaufmann und sein drei Jahre jüngerer Bruder wegen Steuerhinterziehung vor dem Bonner Amtsgericht verantworten.

Die Brüder hatten sich nicht zu dem Vorwurf geäußert, die in den Jahren von 2002 bis 2008 angefallenen ausländischen Kapitaleinkünfte - sprich die Zinsen - nicht versteuert zu haben. Aufgrund der Höhe des Stiftungsguthabens am 31. Dezember 2001 von etwa 1,14 Millionen Euro wurde der in den Folgejahren entstandene Steuerschaden von den Ermittlern auf insgesamt mehr als 210 000 Euro geschätzt.

Auch vor dem Amtsgericht schwiegen die Brüder nun. Nach einem hinter verschlossenen Türen geführten Rechtsgespräch war der Gang der Dinge jedoch schnell klar: Das Verfahren wurde zunächst ausgesetzt. Eine halbe Stunde später begann der Prozess erneut. Da die Angeklagten jedoch nicht mehr persönlich anwesend waren, erging ein Strafbefehl.

Der 59-Jährige muss eine Geldstrafe in Höhe von gut 50 000 Euro zahlen. Seinem Bruder, von Beruf Konstrukteur, wurden 54 000 Euro aufgebrummt. Der Steuerschaden ist laut den Verteidigern inzwischen zu großen Teilen beglichen worden.

Laut Bochumer Schwerpunktstaatsanwaltschaft sind nach Auswertung der CD-Rom 638 Verfahren eingeleitet worden, eines davon der "Fall Zumwinkel". Davon konnten mittlerweile 577 abgeschlossen werden. In 406 Fällen wurden die Verfahren demnach gegen die Zahlung von Geldauflagen in Höhe von insgesamt 40 Millionen Euro eingestellt. Zudem seien 187 Millionen Euro an Steuern nachgezahlt worden.