Das sind die spannendsten Start-ups in Bonn

Netzwerktreffen der jungen Unternehmer : Das sind die spannendsten Start-ups in Bonn

Auf dem 7. Ideenmarkt stellten junge Unternehmen aus Bonn und der Region ihre Innovationen vor. Die Veranstaltungsreihe soll Start-ups bei der Ausführung unterstützen.

Beethoven hat einen neuen Job: Eine knallorange Ludwig-Skulptur mit IHK-Mitarbeiterschild überblickte gestern Abend den siebten Ideenmarkt der IHK Bonn/Rhein-Sieg und Synergie VertriebsDienstleistung GmbH. Unter dem Motto "Best of Start-ups der Region" präsentierten sich 24 junge Unternehmen aus Bonn und Umgebung im Volksbank-Haus.

"Eine gute Idee ist das eine, die Ausführung ist das andere", sagte Jürgen Pütz, Vizepräsident der IHK Bonn/Rhein-Sieg und Vorstandsvorsitzender der Volksbank Köln Bonn eG, im Auftakt-Talk. Die Veranstaltungsreihe soll Start-ups bei der Ausführung unterstützen. Sie bietet ihnen eine Plattform zum Networking mit potenziellen Kunden und Förderern, aber auch untereinander: "Besonders toll ist es, andere Start-ups kennenzulernen" sagt Natalie Chirchietti.

Mit ihrem Verein "Radeln ohne Alter" organisiert sie Rikscha-Fahrten für Senioren und hatte 2018 den ersten Platz bei der Bonner Ideenbörse belegt, einem ähnlichen Format der IHK und Synergie. Mittlerweile ist aus dem lokalen Projekt ein deutschlandweit aktiver Dachverband geworden. Im letzten Jahr hatte Chirchietti auf der Veranstaltung eine kleine, sozial agierende Druckerei kennengelernt, die seitdem ihr Werbematerial druckt. Solche Kooperationen entstehen durch die große Bandbreite von Geschäftsideen, die auch auf diesem Ideenmarkt herrschte: Hier stellte die "Digital Age GmbH" ihren Vermittlungsservice für Programmierer aus Lateinamerika an deutsche Unternehmen vor, während am Nebentisch Stijn van der Pol das Konzept seiner Online-Kunstgalerie "friendmade" erklärte: "In Deutschland höre ich oft: Ist das Kunst oder kann das weg?", erzählte der gebürtige Niederländer, "Wir sagen: Das entscheiden die Künstler."

Schüler entwickeln alternative Brennstoffzelle

Seine Kollektion wird kuratiert durch Onlinevotings und "Friend-to-Friend"-Einladungen der Künstler. Die Gründer von "Pflegenio" präsentierten ihre Serviceplattform für Pflegebedürftige und Pflegekräfte. Als eine Art Ehrengast war Sebastian Gerke mit seinem Physik-Projektkurs dabei. Die Schüler der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule hatten eine Brennstoffzelle entwickelt, die unter Druck betrieben werden kann. "Unsere Brennstoffzelle ist effizienter als Benzin", erklärte Gerke. Um ihre Technologie weiter auszubauen, brauchen die Schüler jedoch besseres Equipment. Für sie war der Ideenmarkt eine Gelegenheit, mit möglichen Sponsoren ins Gespräch zu kommen. Die große Vielfalt an Start-ups hatte Veranstalter Michael Pieck bewusst aus den rund 45 Bewerbungen ausgewählt. "Es ist Wahnsinn, wie viele junge, spannende Unternehmen es in der Umgebung gibt, die man gar nicht auf dem Schirm hat", sagte der Pressesprecher der IHK Bonn/Rhein-Sieg.

Im Laufe der sieben Ideenbörsen habe er dazu eine deutliche Entwicklung feststellen können: "Am Anfang haben wir nach Frauen suchen müssen." Mittlerweile sei das Verhältnis von Männern und Frauen ausgewogen. Außerdem gebe es zwei Trends unter den Gründungen: Ein großer Teil der Bonner Start-ups stamme aus der IT-Branche, in den letzten Jahren sei zudem das Interesse an sozialen und nachhaltigen Themen stark gestiegen. Das zeigte sich auch im Voting der Besucher, die online und während der Veranstaltung über ihre Favoriten unter den Start-ups abstimmen durften.

Den dritten Platz belegte "adiutaByte" mit einer Cloud-basierten Software zur Planung von Flotten. Auf dem ersten Platz landete "Rouges Hand", eine App, die öko-faire Mode und Secondhand-Geschäfte bündelt. Auch Chirchietti durfte sich wieder über einen Erfolg freuen: "Radeln ohne Alter" landet in der Abstimmung auf dem 2. Platz.

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