Sparen durch Anbieterwechsel: Auch in der Region haben Strom- und Gasversorger die Preise erhöht

Sparen durch Anbieterwechsel : Auch in der Region haben Strom- und Gasversorger die Preise erhöht

Laut Bundesnetzagentur sind die Stropreise in diesem Jahr erstmals auf mehr als 30 Cent gestiegen. Auch in der Region wird die Energie teurer. Kurzfristig ist aber mit keinen weiteren Preisänderungen bei Strom und Gas zu rechnen.

Kurzfristig sind weitere Preisänderungen bei Strom und Gas in der Region noch nicht in Sicht. Die Versorger verweisen darauf, dass sie vor Preisänderungen die Kosten möglichst genau kalkulieren. "Die Strompreise an den Börsen steigen derzeit kräftig", sagte etwa Ludger Ridder, Geschäftsleiter Markt und Handel beim Versorger e-regio. Der beliefert Kunden im Kreis Euskirchen sowie im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis.

Wie aus Zahlen der Bundesnetzagentur hervorgeht, die am Wochenende bekannt wurden, ist der Durchschnittspreis für die Kilowattstunde Strom in diesem Jahr erstmals auf mehr als 30 Cent gestiegen. Und auch für Gas haben laut dem Vergleichsportal Verivox mehr als 40 Versorger demnächst Preiserhöhungen angekündigt. Die in der Region zählen nicht dazu.

e-regio plane derzeit keine Preisänderungen

Eine wichtige Rolle beim Energiepreis spielen Netzentgelte und Umlagen. Vorläufige Zahlen über deren Höhe gibt es im November. Fest stehen sie in der Regel erst zu Jahresbeginn. Deshalb hat sich bei zahlreichen Versorgern der Region der 1. April als Termin für mögliche Preisänderungen etabliert, auch wenn andere Termine möglich sind. Derzeit plane e-regio keine Preisänderungen, erklärte Ridder. Auch bei der Rheinenergie ist "am Horizont nichts in Sicht", sagte Pressesprecher Christoph Preuß. Das Unternehmen, das vor allem Köln und das Umland mit Strom und Gas versorgt, hat zuletzt zum 1. April des laufenden Jahres die Preise erhöht. Im Laufzeitvertrag FairRegio plus stiegen die Preise für einen Musterkunden mit einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden, wie ihn eine dreiköpfige Familie hat, im Mittel um 8,5 Prozent. Wie viel genau Strom teurer wurde, hing vom Wohnort ab, wo unterschiedliche Netzbetreiber unterschiedliche Entgelte verlangen. Zuvor hatte die Rheinenergie die Preise drei Jahre lang stabil gehalten.

SWB Strompreis um 6,7 Prozent erhöht

Gas, das 2017 bei der Rheinenergie noch deutlich günstiger geworden war, verteuerte sich bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden zum 1. April in der Grundversorgung um gut 9,1 Prozent. Ähnlich ist die Preisentwicklung bei der Belkaw in Bergisch Gladbach, an der die Rheinenergie 50,1 Prozent hält. "Bei uns stehen momentan keine Preisänderungen an", sagte Pressesprecher Peter Lenz von der Aggerenergie im Oberbergischen Kreis. Es lasse sich aktuell auch noch keine Tendenz absehen.

Die ENE in der Nordeifel hat zum 1. August die Strompreise erhöht. In der Grundversorgung müssen Kunden jetzt bei einem Verbrauch von 2000 Kilowattstunden im Jahr etwa 690 Euro zahlen, 24 Euro mehr als vor der Erhöhung. Zuvor waren die Strompreise seit 2014 stabil geblieben.

Die Stadtwerke Bonn (SWB) und die Bad Honnef AG (BHAG) äußerten sich auf Anfrage am Montag zunächst nicht. Die SWB hatten den Strompreis im April bei einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden um 6,7 Prozent erhöht, Gas war bei einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden um 13,6 Prozent teurer geworden - die Zahlen stammen vom Vergleichsportal Check24.

Die Rhenag ließ wissen, dass Kunden im günstigsten Tarif derzeit 29,60 Cent pro Kilowattstunde zahlten und damit unter dem bundesweiten Durchschnittspreis lägen, dies sei allerdings ein Online-Tarif. Was die künftige Preisentwicklung angehe, kommuniziere man das nur gegenüber den Kunden rechtzeitig sechs Wochen vor der Erhöhung.

Sparen durch Anbieterwechsel

Deutlich sparen können Verbraucher, wenn sie ihren Anbieter wechseln. Das empfehlen auch das Bundeskartellamt und die Bundesnetzagentur. Allerdings sind bisher erst ein Drittel der Privathaushalte bereit zu einem Wechsel hin z u einem Alternativanbieter. Wenn es nach den Regulierungsbehörden geht, könnten es noch viel mehr sein. So wechselten 2017 4,7 Millionen Haushalte ihren Stromanbieter.

Im Schnitt stehen 124 Versorger und Händler zur Auswahl, in Bonn sind es aber beispielsweise sogar rund 430.