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Maskenpflicht in NRW beim Einkaufen und in Bus und Bahn ab Montag

Einkauf und ÖPNV : Ab Montag gilt Maskenpflicht in Nordrhein-Westfalen

Bis vor kurzem war ein Mundschutz in der Öffentlichkeit noch die Ausnahme, aber das wird sich ändern - auch in NRW. Am Montag kommt die landesweite Maskenpflicht. Die Stadtwerke Bonn verteilen am Donnerstag Masken an Fahrgäste.

Auch Nordrhein-Westfalen führt eine landesweite Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus ein. Vom kommenden Montag an sei das Tragen einer Maske beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen verpflichtend, teilte die Landesregierung am Mittwoch mit. Indem Mund und Nase mit Stoff bedeckt werden, soll die Gefahr minimiert werden, Mitmenschen mit dem neuartigen Coronavirus anzustecken. Neben OP-Masken sind auch selbstgenähte Stoffmasken oder über das Gesicht gezogene Schals und Tücher als Schutzbarriere erlaubt.

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Die Pflicht gilt in Bussen und Bahnen, in allen Ladengeschäften und Ausstellungsräumen, auf Wochenmärkten, in Einkaufszentren, an Haltestellen und Bahnhöfe, in Taxis, Arztpraxen und ähnlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens, in der Post, in Banken und in Tankstellen. Auch bei der Abholung von Speisen und Getränken in Gastronomie-Betrieben muss eine Maske getragen werden.

Die Landesregierungen von NRW, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland hatten sich bei der Maskenpflicht auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Damit gilt nun in allen Bundesländern eine Maskenpflicht. „Wir brauchen möglichst ähnliche Regelungen in allen deutschen Ländern“, teilte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mit.

Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan begrüßt die Maskenpflicht. Bereits im Vorfeld hatte Sridharan geäußert, dass er eine solche Pflicht in Bussen und Bahnen begrüßen würde. Eine Ausgabe von Masken durch die Stadt wird es allerdings nicht geben. Der OB bittet die Bonner, Mund und Nase auch schon vor Montag im Öffentlichen Personennahverkehr und beim Einkauf zu bedecken.

Die Stadtwerke Bonn teilten am Mittwochnachmittag mit, ihre Fahrer ebenfalls mit Masken auszustatten. Zudem werden am Donnerstag am Busbahnhof, dem Bertha-von-Suttner-Platz und dem Konrad-Adenauer-Platz mehrere Tausend Schutzmasken an Fahrgäste verteilt. „Tragen Sie bitte einen Mund-Nasen-Schutz. Alternativ kann auch ein Tuch verwendet werden. Die Gesundheit hat oberste Priorität – sowohl für die Fahrgäste als auch für unser Fahrpersonal“, so Geschäftsführerin Anja Wenmakers. Viele wollen sich nun offenbar rasch mit Masken ausstatten: In Siegburg etwa bildete sich kurz nach Verkündung der Maskenpflicht eine lange Menschenschlange vor einem großen Stoffgeschäft.

Vor einem Stoffgeschäft in Siegburg bildete sich am Mittwochnachmittag eine lange Schlange von Menschen, nachdem die Maskenpflicht in NRW verkündet worden war. Foto: Alf Kaufmann

Bund und Länder hatten sich in der vergangenen Woche zunächst auf eine dringende Trageempfehlung geeinigt. Laschet hatte bislang stets auf Freiwilligkeit statt Zwang in dieser Frage gesetzt. In den vergangenen Tagen hatten jedoch immer mehr Bundesländer eine Verpflichtung zum Tragen einer Alltagsmaske beim Einkaufen oder bei Fahrten in Bussen und Bahnen angekündigt. Im Vorreiterland Sachsen gilt eine Maskenpflicht bereits seit Montag.

Überdies drohte Nordrhein-Westfalen zu einem Flickenteppich unterschiedlicher kommunaler Regelungen zu werden: Münster und Dorsten waren zum Wochenanfang mit eigenen Verfügungen vorgeprescht. Mehrere Städte aus dem Ruhrgebiet, dem Bergischen Land, dem Kreis Siegen-Wittgenstein sowie die Stadt Leverkusen erhöhten zuletzt den Druck: Sie kündigten eine Maskenpflicht in ihren Städten an, sollte eine landesweite Regelung ausbleiben.

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Das Land sieht sich jedenfalls nicht in der Pflicht, die Masken zur Verfügung zu stellen, wie NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) klarstellte: „Natürlich ist da zunächst jeder Bürger selbst gefordert, sich entsprechend auszustatten“, sagte er. Der Handel habe ihm aber versichert, er sehe keine Probleme, die Versorgung „ab Montag organisiert zu bekommen“. Zudem hätten viele Bürger die Herstellung von Masken selbst in die Hand genommen. „Das ist sehr vorbildlich und hilft, dass Engpässe nicht entstehen.“

Auch der Apothekerverband Nordrhein berichtete, die zwischenzeitlich angespannte Versorgungslage mit Mund-Nase-Masken oder Stoffmasken habe sich verbessert. Etwa 60 Prozent der Apotheken in Nordrhein könnten wieder liefern, sagte Thomas Preis, Chef des Verbandes, der „Rheinischen Post“.

Die SPD-Opposition im Landtag hat die NRW-weite Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus als halbherzig und unzureichend kritisiert. Die Maskenpflicht sei vernünftig und müsse auch für öffentliche Gebäude wie Schulen, Rathäuser und Gerichte gelten, sagte SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty am Mittwoch.

Es sei „völlig unverantwortlich“, wenn Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) eine Maskenpflicht für die Schulen weiter ablehne. Dies führe zu der absurden Situation, dass die Schüler im Schulbus Masken aufziehen müssten und danach wegpacken könnten.

Auch die Polizisten in Nordrhein-Westfalen werden in bestimmten Situationen künftig Atemschutzmasken gegen das Coronavirus tragen. Dabei gehe es um Einsätze, in denen der Mindestabstand nicht gewährleistet werden könne, teilte die Polizei am Mittwoch auf ihrer Webseite mit. Eine Maskenpflicht gebe es für die Beamten aber nicht, sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums auf Anfrage.

(dpa)