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Corona: Maskenpflicht in NRW gilt auch für Kinder: Fragen und Antworten

Regelung ab Montag : Corona-Krise: Fragen und Antworten zur Maskenpflicht

Das Stück Stoff vor Mund und Nase gehört bald zum Alltagsbild – am Montag kommt die Maskenpflicht auch in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Düsseldorfer Landesregierung hatte lange auf Freiwilligkeit gesetzt. Nun folgt sie dem Wunsch aus vielen Kommunen und korrigiert ihren Kurs.

Warum gibt es diesen Kurswechsel in NRW?

„Wir haben den deutlichen Wunsch zahlreicher Bürgermeister gespürt, entsprechende Regelungen vorzusehen“, räumte Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) ein. Viele Verwaltungsspitzen hatten ihre Sorge kundgetan, dass die Straßen wieder voller würden, ohne dass die Mehrzahl der Menschen der Masken-Empfehlung nachkäme. Münster war am Montag mit einer Maskenpflicht vorgeprescht. Weitere Städte drohten zu folgen.

Wie hatte die Landesregierung bisher argumentiert?

Die Freiwilligkeit des Tragens von Alltagsmasken hatte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) Anfang der Woche noch damit begründet, dass der Handel nicht sicherstellen könne, alle Bürger mit genügend Masken zu versorgen. Dieses Argument scheint nun nachrangig: „Wir müssen alles tun, was dabei hilft, umsichtig den Weg zurück zu einem Leben in Normalität zu finden. Die Maskenpflicht in einigen Bereichen des öffentlichen Lebens kann dabei sinnvoll unterstützen“, erklärte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch.

Was gilt nun?

Ab Montag müssen Masken beim Einkaufen sowie dem Fahren in Bus und Bahn getragen werden – sowohl in NRW als auch in Rheinland-Pfalz. In NRW gilt die Pflicht in allen Ladengeschäften und Ausstellungsräumen, auf Wochenmärkten, in Einkaufszentren, an Haltestellen und Bahnhöfe, in Taxis, Arztpraxen und ähnlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens, in der Post, in Banken und in Tankstellen. Auch bei der Abholung von Speisen und Getränken in Gastronomie-Betrieben muss eine Maske getragen werden.

Welche Regelung gilt für Kinder?

Die Tragepflicht gilt für Kinder ab dem Schulalter. Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können, sind von der Pflicht befreit. In Schulen in NRW gilt keine allgemeine Maskenpflicht. Ob Schüler in Schulkorridoren und Klassenzimmern eine Maske tragen müssen, entscheidet die jeweilige Schulleitung.

Wer muss die Masken besorgen?

Das Land NRW sieht sich nicht in der Pflicht, die Masken zur Verfügung zu stellen, wie NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) klarstellte: „Natürlich ist da zunächst jeder Bürger selbst gefordert, sich entsprechend auszustatten“, sagte er. Der Handel habe ihm aber versichert, er sehe keine Probleme, die Versorgung „ab Montag organisiert zu bekommen“. Zudem hätten viele Bürger die Herstellung von Masken in die Hand genommen. Auch der Apothekerverband Nordrhein berichtete, die zwischenzeitlich angespannte Versorgungslage mit Mund-Nase-Masken oder Stoffmasken habe sich verbessert.

Was sagt die Opposition in NRW?

Das bisher Beschlossene geht der SPD nicht weit genug: Fraktionschef Thomas Kutschaty nannte die Regelung „halbherzig“ und „unzureichend“. So müsse sie auch für öffentliche Gebäude wie Schulen, Rathäuser und Gerichte gelten. Dass Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) eine generelle Maskenpflicht für die Schulen ablehne, führe zu der absurden Situation, dass die Schüler im Schulbus Masken aufziehen müssten und danach für den Schulbesuch wegpacken könnten. Er kritisierte auch, dass nun in der S-Bahn Masken getragen werden müssten, im IC aber nicht. „Es fehlt ein schlüssiges Gesamtkonzept.“

Was soll die Maske bringen?

Maskenpflicht in NRW - So trägt man eine Alltagsmaske richtig

Indem Mund und Nase bedeckt werden, soll die Gefahr minimiert werden, Mitmenschen mit dem Coronavirus anzustecken. Auch selbstgenähte Stoffmasken oder über das Gesicht gezogene Schals und Tücher als Schutzbarriere sind erlaubt. Diese Alltagsmasken sind aber ein Behelf und genügen nicht den Anforderungen, die an einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz gestellt werden. 100-prozentige Sicherheit gibt es damit nicht. Auch mit Masken sollte man die Abstandsregeln einhalten und richtig husten und niesen: in die Armbeuge.

Doch die Maske hilft auch: So ist sie ein sichtbares Signal an andere, dass man angesichts des Coronavirus achtsam ist. Zudem soll sie Tröpfchen abfangen, die man beim Sprechen oder Lachen ausstößt – und damit andere in einem gewissen Maß vor Ansteckung schützen, falls man Sars-CoV-2 in sich trägt. Auch als Träger schützt man sich ein Stück weit: So kann die Maske zum Beispiel verhindern, dass man sich mit verschmutzten Händen an Nase oder Mund fasst und dadurch möglicherweise Erreger in den Körper gelangen.

Gibt es schon Erfahrungswerte beim Masketragen?

In Jena, wo am 6. April eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr eingeführt wurde, gibt es seit dem 13. April keine Neuinfektion mehr.

Welcher Stoff ist geeignet?

Fest gewebte Stoffe sind besser geeignet als leicht gewebte, sagt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Das heißt: Die Maschen sollten möglichst eng gezogen sein – allerdings nicht so eng, dass einem das Atmen schwerfällt. Idealerweise besteht der Stoff der Maske aus 100 Prozent Baumwolle, empfiehlt das bayerische Gesundheitsministerium.

Wie sollten die Masken gereinigt werden?

Nach dem Tragen wäscht man die Alltagsmaske am besten sofort bei mindestens 60 Grad mit Vollwaschmittel. Wer nicht die Waschmaschine anwerfen möchte, lässt entsprechend heißes Wasser mit etwas Waschmittel ins Waschbecken. Um sich bei der Handwäsche nicht die Finger zu verbrühen, hilft man sich erstmal mit einem Stock und wendet die Maske damit im Wasser hin und her. Ist es ausreichend abgekühlt, wringt man sie noch einmal ordentlich per Hand durch. Apropos Hände: Vor dem Aufsetzen wäscht man diese gründlich, damit die Maske sauber bleibt. Nach dem Absetzen ebenfalls – denn an der Außenseite des Gesichtsschutzes könnten sich Erreger tummeln.

Was ist mit der Reinigung in der Mikrowelle?

Wenn der Stoff das aushält, kann die Maske auch durch heißes Bügeln oder eine Runde im warmen Ofen wieder sauber werden. Vorsicht bei der Reinigung in der Mikrowelle: Masken mit Drahtbügeln gehören dort auf gar keinen Fall hinein, hier droht akute Brandgefahr.

Wo bekommt man die Masken?

Viele Textilhersteller produzieren jetzt auch Masken. Viele Stoffläden, Schneider oder Designer verkaufen sie. Im Netz bieten Privatpersonen ihre Masken an, etwa über die Plattform Etsy. Wer mit Nadel und Faden umgehen kann, näht sich den Schutz einfach selbst – online gibt es Vorlagen für Schnittmuster.

Welche Alternativen gibt es?

Es ist auch erlaubt, Mund, Nase und Wangen mit einem Schal oder Tuch zu bedecken. Das nennen einige Bundesländer explizit als Alternative, andere gehen darauf nicht ein. Wie bei Masken sollte der Stoff möglichst dicht sein und aus Baumwolle bestehen, erläutert das bayerische Gesundheitsministerium. Und nach dem Tragen gelte ebenfalls der Rat: Bei mindestens 60 Grad waschen.

(mit Material von dpa)