Bonnerin Regine Reim: Einsatz im Kampf gegen Ebola

Bonnerin Regine Reim : Einsatz im Kampf gegen Ebola

Die Bonnerin Regine Reim ist für das Deutsche Rote Kreuz seit fünf Wochen in Liberia. Dort ist sie im Kampf gegen Ebola im Einsatz.

Angst verspürt Regine Reim eigentlich nicht. "Das Gefährlichste ist das Ausziehen der Schutzkleidung", erklärt sie. "Da gibt es zwar einen kleinschrittigen, genauen Prozess: Rechten Handschuh ausziehen, mit 0,5-prozentiger Chlorlösung desinfizieren, den gesamten Anzug absprühen, Händewaschen mit der nächsten Handschuhschicht und immer so weiter. Trotzdem ist das bei Temperaturen über dreißig Grad und einer Luftfeuchtigkeit um 90 Prozent kein Zuckerschlecken und strengt ungemein an."

Reim ist seit Mitte Februar an dem vom Deutschen Roten Kreuz betriebenen Ebola-Behandlungszentrum in Monrovia, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes Liberia, als Koordinatorin für "Infection, Prevention and Control" (IPC) ehrenamtlich tätig.

Trotzdem ist bei der 46-jährigen, die dort für Hygiene und Desinfektion zuständig ist, keinerlei Sorge zu spüren: "Das richtige An- und Ausziehen ist ja unsere Lebensversicherung und ich bin auch selber aktiv in die Schulungen involviert, bilde neue Helfer aus", erläutert sie.

"Aber es ist anstrengend: Erst in der letzten Woche ist eine neue Kollegin wegen der großen Hitze in der Schutzkleidung ohnmächtig geworden."

Dazu, dass solche unumgänglichen Zwischenfälle glimpflich ausgehen, will Reim mit ihrem Aufenthalt beitragen. Bereits bei Ausbruch der Epidemie im letzten Sommer hat sich die Juristin, die sonst bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Bonn arbeitet und für den Einsatz freigestellt wurde, mit dem Gedanken auseinandergesetzt, selber vor Ort zu helfen.

"Als dann mein Lebenspartner Mario Lennartz im Herbst nach Sierra Leone ging, um dort ebenfalls für das DRK zu arbeiten, stand mein Entschluss bereits fest", lacht sie.

"Mein Tag beginnt um halb acht mit der Frühbesprechung, eine halbe Stunde später ist dann "Morning Briefing" mit den liberianischen Kollegen. Beim anschließenden Rundgang schauen wir zum Beispiel gemeinsam, ob auch alle Hygienevorschriften akribisch eingehalten werden", so Reim.

Anschließend widme man sich den verschiedenen Details und Projekten: So wird zum Beispiel aktuell die Wäscherei ausgebaut, weil es mehr Mitarbeiter gibt, oder man schaut sich an, ob es Probleme mit dem "Incinerator", der Müllverbrennungsanlage, gibt.

Das Verbrennen kontaminierter Ausrüstung ist wichtig, um die Weiterverbreitung der Seuche zu stoppen. Gegen Ende des Tages gehört auch die Versorgung der Toten zu Reims Aufgaben. Im Schnitt ein bis zwei Todesfälle hat die Station im Augenblick zu verzeichnen - keine Ebola-Opfer: "Bei uns in Liberia sind die Zahlen der Neuinfektionen erfreulich zurückgegangen", so Reim. "Wir sind im Augenblick damit beschäftigt, Verdachtsfälle abzuklären."

Um die Epidemie endgültig zu beenden, sei es insbesondere wichtig, dass sich auch Erkrankte mit Ebola-ähnlichen Symptomen zur Behandlung meldeten. "Sonst landen Grenzfälle auf der Straße", befürchtet sie. "Zu uns kommen scharenweise Leute, bei denen nicht klar ist, ob sie Ebola haben - bislang waren die aber zum Glück alle negativ."

Was dennoch leider nicht bedeutet, dass es keine Todesfälle mehr gäbe: "Erst vor Kurzem starb eine 35-jährige zweifache Mutter an den Folgen einer Meningitis", erzählt sie.

Ein weiterer tragischer Fall war eine hochschwangere Frau, die mit Blutungen eingeliefert worden war und in der Folge den Fötus verloren hat. Seit Ende Februar gab es in Liberia keinen neuen Fall von Ebola - bis das Land offiziell als Ebola-frei gilt, müssen 42 Tage ohne eine Neuinfektion vergangen sein.

"Wir warten jetzt alle gespannt ab, aber da die Epidemie in den Nachbarländern noch nicht überwunden ist und es ja enge Beziehungen und viel Reiseverkehr zwischen den Menschen der Nachbarländer gibt, ist es noch zu früh, um Entwarnung zu geben."

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