Gefahren für Tiere und Umwelt: Niederländische Kommunen verbieten Luftballons

Gefahren für Tiere und Umwelt : Niederländische Kommunen verbieten Luftballons

Amsterdam machte im Jahr 2015 den Anfang, die niederländischen Kommunen ziehen jetzt nach: Dort ist es nicht mehr erlaubt, Luftballons im Freien aufsteigen zu lassen. Der Grund: Tiere könnten zu Schaden kommen.

Farbenfroh künden sie hoch am Himmel von schönen Ereignissen wie Hochzeiten, Geburtstagen oder anderen Festen. Wenn heliumgefüllte Luftballons in die Luft aufsteigen, erfreuen sich viele an dem Anblick. Doch es gibt auch Schattenseiten: Vögel, Fische und andere Tierarten können die Ballonreste für Futter halten und daran ersticken. Auch besteht die Gefahr, dass sich Tiere in den Schnüren verheddern.

Deswegen haben rund 60 niederländische Kommunen inzwischen ein Luftballon-Verbot im Freien erlassen. Zum Vergleich: Gerade mal 18 Kommunen waren es noch im vergangenen Jahr. Damit sind sie vergleichsweise spät dran, denn die Hauptstadt Amsterdam hatte das Steigenlassen von Luftballons bereits im Jahr 2015 verbieten lassen. Jetzt fordern Umweltschützer ein landesweites Verbot. Mehrere Parteien im niederländischen Parlament wollen sich für weitere Verbote einsetzen und äußerten sich am Dienstagabend in Den Haag besorgt über mögliche Schäden durch Ballonreste und Plastikmüll in der Nordsee.

Ein Plastikverbot für Strohhalme, Einmalgeschirr und Wattestäbchen gibt es seit vergangenem Jahr in der EU. Doch Luftballons wurden dabei noch nicht berücksichtigt.

Luftballons stehen inzwischen auch in Deutschland zur Diskussion. Anfang Dezember hatte die schleswig-holsteinische Stadt Elmshorn eine Weihnachtwunschaktion für Kinder deshalb in einem zentralen Punkt umgestaltet. Während die Mädchen und Jungen ihre Weihnachtswünsche in früheren Jahren an aufsteigende Ballons geheftet hatten, werden die Zettel nun in einer Box gesammelt und kommen in eine Verlosung. Doch bleiben die bunten Partyartikel beliebt. Das Dekorationsgeschäft Happy Balloon in Hamburg sieht die Nachfrage nicht geringer werden, wie ein Mitarbeiter sagte. Der Bedarf sei eher steigend.

Luftballons sind nach Angaben der Umweltschützer gefährlich für Meeressäugetiere, Vögel und Fische. Sie könnten an den Plastikresten ersticken. Außerdem trage der Abfall zur Verschmutzung der See und der Küsten bei. Vor allem Seevögel werden einer Studie zufolge Opfer von Ballonresten: Forscher hatten festgestellt, dass bei 20 Prozent von tot gefundenen Seevögeln Plastikmüll oder Ballonreste die Todesursache waren.

Auch die Stadt Bonn handelt bereits: Die Stadtverwaltung ist beim Thema Luftballons vor allem als Ordnungsbehörde in luftverkehrlicher und sicherheitsrechtlicher Sicht beteiligt. Auf GA-Anfrage teilte ein Sprecher mit, dass Personen, die Luftballons steigen lassen möchten, folgende Hinweise von der Stadtverwaltung bekommen: Sie dürfen heliumgefüllte Ballons nur steigen lassen, wenn die Schnüre abbaubar sind und ausschließlich Grußkarten aus Recyclingpapier verwenden. Ob Tiere in Bonn bereits durch Luftballons zu Schaden gekommen sind, kann die Stadt nicht genau sagen. "Es kommt sicher auch in Bonn vor, dass Tiere deshalb verenden", so der Sprecher. "Es gibt jedoch keine Erkenntnisse darüber, ob es sich um Schnüre oder Plastikteile von Luftballons handelt."

Weitere Informationen zu dem Thema gibt es auf der Seite der Stadt Bonn: www.bonn.de

(Mit Material von dpa)

Mehr von GA BONN