Kommentar zum Gebäudemanagement: Städtisches Gebäudemanagement auf den Prüfstand

Kommentar zum Gebäudemanagement : Städtisches Gebäudemanagement auf den Prüfstand

Die Idee bei der Gründung des Städtischen Gebäudemanagements war nicht übel. Die Auslagerung der Bauverwaltung in einen Eigenbetrieb sollte die Truppe unabhängiger, flexibler und effizienter machen. Funktioniert hat das bisher leider nicht.

Seit Jahren steht das SGB für Pleiten, Pech und teure Pannen – vom Einbau zweifelhafter Anlagen zur Legionellenbekämpfung über das völlige Versagen bei der Kontrolle des WCCB-Bauherrn Man-Ki Kim bis zur Kostenexplosion beim Haus der Bildung. Mit Grausen darf man sich ausmalen, wie teuer am Ende die bevorstehende Modernisierung der denkmalgeschützten Beethovenhalle wird. Freigegeben hat der Rat rund 60 Millionen Euro. Vorerst.

Sicher: Es wäre unfair, die SGB-Mitarbeiter für jede Kostensteigerung verantwortlich zu machen. Wenn sich Altbausubstanz während der Arbeiten als maroder erweist, als man vorher geglaubt hat, ist das mehr oder weniger Schicksal. Und bauen, instand halten, betreiben von Gebäuden – das gehört zweifellos zu den kompliziertesten und fehlerträchtigsten Aufgaben einer Kommune.

Zu den teuersten sowieso: Durch die SGB-Kassen laufen auch in diesem Jahr wieder mehr als 100 Millionen Euro, davon 44 Millionen für Investitionen, 21,5 Millionen für Bauunterhaltung, 18 Millionen für Strom, Gas, Wasser Fernwärme, 12,3 Millionen für Anmietungen, 8,2 Millionen für die Reinigung.

Um so wichtiger, dass Organisationsaufbau und Führungsstrukturen optimal sind. Die Vielzahl der Probleme zeugt vom Gegenteil. Hinter vorgehaltener Hand sprechen die Ratspolitiker schon lange davon, dass das SGB insgesamt auf den Prüfstand gehöre. Stimmt – und das sollte bald geschehen. Wenn die Initiative dafür nicht aus dem Rat kommen sollte, wäre es Sache des Oberbürgermeisters, dieses Problem anzupacken. Dazu gehört in einem ersten Schritt, endlich einen kaufmännischen Betriebsleiter zu finden. Die stellvertretende Leiterin Marion Duisberg, die das SGB kommissarisch führt, wird seit drei Jahren mit all den Problemen alleingelassen. Das ist auch ihr gegenüber unzumutbar.

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