Kommentar zum Standortfaktor ÖPNV: Es muss etwas geschehen

Kommentar zum Standortfaktor ÖPNV : Es muss etwas geschehen

Beim Thema ÖPNV geht es nicht immer „nur“ um die Umwelt. Wenn es der Kreis und Bonn nicht schaffen, eine verlässliche Bahnverbindung zu installieren, dann werden Unternehmen und Organisationen in der Region es immer schwerer haben, Fachkräfte an sich zu binden.

Nur ein starker Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) kann die Autoabhängigkeit weitestgehend reduzieren. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Dennoch haben die Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung in den vergangenen Jahren zu wenig getan, um den ÖPNV zu einer echten Alternative für Pendler zu machen. Der Umweltverbund aus ÖPNV, Radverkehr und Fußverkehr muss auf Dauer gegenüber dem motorisierten Individualverkehr (MIV) gestärkt werden. Daran führt einfach kein Weg vorbei, denn die Prognosen für die Belastung der innerstädtischen Straßen und Fernstraßen weisen auf eine zu hohe Steigerung des Autoverkehrs hin.

Noch dazu ist ein guter ÖPNV ein wichtiger Standortfaktor. Der Wegzug der Zurich aus Bonn - unter anderem auch wegen der schlechten Anbindung - ist nur ein Beispiel dafür, dass funktionierende Verkehrswege wirtschaftlich bedeutsam sind. Wenn es der Kreis und Bonn nicht schaffen, eine verlässliche Bahnverbindung zu installieren, dann werden Unternehmen und Organisationen in der Region es immer schwerer haben, Fachkräfte an sich zu binden.

Mehr Umsteiger bedeuten weniger Verkehr und mehr Lebensqualität. Sie bedeuten auch eine verminderte Lärm- und Luftbelastung und eventuell sogar die Umwandlung von Parkraum in Frei- oder Grünflächen.

Dass das alles nicht zum Nulltarif zu haben ist, ist auch klar. Notwendig ist eine Diskussion über die Finanzierung des Nahverkehrs, weil die kommunale Umlage nicht ausreichen wird. Und da geht es dann um steuerfinanzierte Modelle, sprich die Förderung durch Bund und Land, um Arbeitgeberbeiträge und die Einführung eines ÖPNV-Beitrags für die Einwohner. Es muss auf jeden Fall etwas geschehen.

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