Kommentar zum Riesenrad in Bonn: Nur peinlich?

Kommentar zum Riesenrad in Bonn : Nur peinlich?

Die Stadt Bonn spricht sich für ein Riesenrad auf dem Remigiusplatz in Bonn aus. Viele Gedankenspiele rund um die Idee sind naheliegend, doch in die Innenstadt gehört das Riesenrad nicht, findet GA-Redakteurin Lisa Inhoffen.

Was soll man davon halten? Die Stadt Bonn spricht sich für ein Riesenrad aus, das sich ein ganzes Jahr anlässlich des Beethovenjubiläums auf dem Remigiusplatz drehen soll. Und begründet das in einer immerhin sechs Seiten umfassenden Verwaltungsvorlage für den Stadtrat, der letztlich darüber zu entscheiden hat, ob die Stadt Bonn dem Antragsteller eine Genehmigung erteilen darf.

Die erste Frage, die sich einem stellt: Passt ein 35 Meter hohes Riesenrad auf den im Vergleich zu den anderen Plätzen in der City eher kleinen, obendrein gerade erst neu gestalteten Remigiusplatz überhaupt hin? Auf einen Platz, auf dem einst die Taufkirche Ludwig van Beethovens stand und der deswegen ja auch in den offiziellen Beethovenrundgang einbezogen wird. Und ist es nicht eher peinlich zu glauben, mit einem Fahrgeschäft, das normalerweise auf einem Rummel steht, könne man Werbung für den größten Sohn Bonns machen?

Diese Gedanken sind naheliegend. Schließlich soll das Beethoven-Jubiläumsjahr mit einem Programm von internationaler Strahlkraft gefeiert werden und dazu gehört ganz sicher nicht ein Riesenrad. Und sei es auch mit Beethoven-Motiven verziert.

Standort am Rheinufer hat Charme

Andererseits: So ein Jubiläum hat viele Facetten und wird natürlich von den Menschen unterschiedlich wahrgenommen. Warum also nicht auch ein Riesenrad, bei dem es sich um Beethoven dreht? Aber dann bitte nicht mitten in der Stadt, ausgerechnet an einer der engeren Stellen der City. Der Vorschlag der Liberalen, einen Standort am Rheinufer zu prüfen, hat durchaus Charme.

Allerdings hat der potenzielle Betreiber schon abgewunken. Da seine Idee für das Riesenrad letztlich nicht nur eine ideelle, sondern auch eine kommerzielle Seite hat, ist das nachvollziehbar. Schließlich ist das Rheinufer nicht so stark frequentiert wie die Innenstadt.

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