Aktion „Heimat shoppen“ in Bonner Geschäften: Werbung mit 90.000 Papiertüten für den lokalen Einzelhandel

Aktion „Heimat shoppen“ in Bonner Geschäften : Werbung mit 90.000 Papiertüten für den lokalen Einzelhandel

Die Aktion „Heimat shoppen“ soll Verbraucher in Bonn und der Region sensibilisieren. Poster und Papiertüten warben schon am Freitag in der Bonner City sowie in Beuel, Bad Godesberg und Hardtberg für die Unterstützung des lokalen Einzelhandels. Die Aktion geht am Samstag weiter.

Auf die Idee muss man erst einmal kommen: Unter dem Motto „Kluge Froschköniginnen hüpfen nicht fort, sondern kaufen vor Ort“, lässt die Werbegemeinschaft Eitorf zur Image-Aktion „Heimat shoppen“ ihren Weihnachtsengel im Froschkostüm durch die Geschäftsstraße hopsen. In Bonn gibt man sich zurückhaltender.

Claudia Justen von „Wunderbar“ in der Friedrichstraße hatte eine Schaufensterpuppe mit passendem T-Shirt, Strohhut und einem Bündel Tüten dekoriert und vor den Eingang ihres Geschäfts gestellt. „Viele Kunden kommen zu uns und sagen: Ich brauche dies oder das. Wir geben dann Empfehlungen oder suchen nach Alternativen. Das gibt es nicht im Internet“, erklärte die Geschäftsfrau, die auch einen Laden in der Südstadt betreibt. Der Handel müsse den Kunden vermitteln, dass Vielfalt erst Städte lebenswert und für Gäste attraktiv mache.

Ein ähnlicher Tenor war am Freitag in der Rochusstraße zu hören, wo bei der Werbegemeinschaft Hardtberg im Rochuscenter Vertreter der IHK Bonn/Rein-Sieg und des Einzelhandelsverbandes Bonn- Rhein/Sieg-Euskirchen (EHV) zur Vorstellung der im zweiten Jahr durchgeführten Aktion gebeten hatten. „Ein fantasievoller Einzelhandel und eine lebendige Gastronomie-Szene machen Städte doch erst unverwechselbar“, hob EHV-Hauptgeschäftsführer Adalbert von der Osten hervor. Der Kunde habe es in der Hand, dieses Angebot zu erhalten, ergänzte IHK-Geschäftsführer Hubertus Hille. Dabei wolle man nicht gegen den Online-Handel polemisieren.

In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis sind die Voraussetzungen dazu durchaus gut: 853 Einzelhändler sind in Bonn im Handelsregister eingetragen, 1309 im Kreis. Hinzu kommen 273 größere Restaurants in Bonn und 204 in den 19 Städten und Gemeinden in der Nachbarschaft. Damit das auch so bleibt, hatten die Verbände 90.000 bedruckte Papiertüten, 140.000 Flyer und 1300 Plakate kostenlos an teilnehmende Händler verteilt.

Nach dem schleppenden Anlauf im vergangenen Jahr sind dieses Mal alle Gewerbevereine in Stadt und Kreis dabei – und rund 1000 Händler, schätzt Hille. In der Bonner City war das Logo der Aktion am Freitag allerdings eher selten zu sehen, es fand sich vor allem bei kleineren Händlern, aber auch bei Galeria Kaufhof.

Ziel sei es nicht, an diesem Wochenende akut mehr Umsatz zu erreichen. „Es geht ums Bewusstsein“, glaubt Hille. Die Werbegemeinschaft Hardtberg hat deshalb Prickelndes an ihre Mitglieder verteilt. „Mit Sekt oder Selters wollen wir unseren treuen Kunden heute danken und miteinander ins Gespräch kommen“, sagt Gisbert Weber. Eine Einkaufsmeile sei nicht nur Ladenzeile, sondern Treffpunkt, Lebensraum und Erlebnisquartier. „Das ist unter der Woche vielleicht ein Cappuccino in der Sonne, am Wochenende ein Kinderfest oder eine andere Aktion“, erklärt von der Osten. Von der Mehrheit der Filialisten in den Innenstädten wünsche er sich dafür deutlich mehr Engagement.

Weber hingegen brachte noch einen anderen Aspekt ins Spiel: Der Einzelhandel zahle nicht nur Gewerbesteuer. Im Stadtbezirk Hardtberg würden mehr als 40 Vereine von lokalen Händlern finanziell unterstützt. In puncto Fantasie zeigen sich Gewerbevereine aus dem Kreis besonders kreativ. In Troisdorf haben sie als Begleitprogramm zur Aktion „Heimat shoppen“ eine Modenschau organisiert, in Rheinbach einen verkaufsoffenen Sonntag.