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Kostenlose E-Scooter für Telekom-Mitarbeiter: Rollen in Magenta

Kostenlose E-Scooter für Telekom-Mitarbeiter : Rollen in Magenta

50 Elektroroller des Anbieters Lime verbinden künftig fünf Standorte des Konzerns in Bonn. Gedacht ist die Aktion ausdrücklich als Pilotprojekt für andere Unternehmen

Die Telekom und der E-Scooter-Verleiher Lime kooperieren in Bonn: Seit Mittwoch können Mitarbeiter des Konzerns kostenlos mit 50 Elektrorollern durch die Stadt fahren. „Zielgruppe sind unsere Pendler und diejenigen, die innerhalb Bonns zwischen den Standorten hin und her fahren“, sagt Telekom-Flottenchefin Olga Nevska. Sie alle sollen auf den innerstädtischen Strecken aufs Auto verzichten, so die Idee. „Denn jeden Tag stehen viele von ihnen im Stau.“

Jeweils zehn E-Scooter sind auf fünf große Bürokomplexe in Bonn verteilt: An der Friedrich-Ebert-Allee, am Landgrabenweg und am Bonner Talweg sowie am Albingiahaus in Bad Godesberg und am Office Port in der Gronau. Strom bekommen die Gefährte an speziellen Ladestationen, die Lime erstmals aufgestellt hat. „Die E-Scooter werden also nicht in der Stadt herumstehen, sondern müssen an einer Docking-Station abgestellt werden“, erklärt Nevska. Dadurch entfällt das nächtliche Einsammeln durch Lime-Mitarbeiter, wie es beim herkömmlichen Leihsystem üblich ist. Der Strom kommt derzeit zu 50 Prozent aus erneuerbaren Energien, die aus den Telekom-Gebäuden abgezapft werden. Bis 2021 wolle man komplett auf Ökostrom setzen.

Aktuell arbeiten mehr als 15 000 Menschen in der Bonner Telekom-Zentrale. „Wir müssen uns daran gewöhnen, auf dem Weg zur Arbeit mehrere Verkehrsträger zu nutzen, die sich ergänzen“, sagt Nevska. So könne man das Auto auf Park&Ride-Plätzen abstellen, mit Bus und Bahn weiterfahren oder auf Fahrräder, E-Scooter oder das Telekom-Shuttle umsteigen. Letzteres sammelt die Mitarbeiter an festen Haltestellen ein und lädt sie dort auch wieder ab. „In den Städten der Zukunft wird nur noch wenig Platz für Autos sein.“

Mit anderen Arbeitgebern in Bonn erarbeite man zudem ein Konzept für das sogenannte betriebliche Mobilitätsmanagement, wie Telekom-Sprecher Peter Kes-pohl erläutert. So sei denkbar, dass auch andere Unternehmen am Lime-System teilnehmen. Wie die Telekom bietet nun beispielsweise auch der IT-Dienstleister BusinessCode GmbH Firmenfahrräder an, mit denen man ins Büro kommen kann. Jobtickets für den ÖPNV gibt es sowohl bei der Telekom als auch bei BusinessCode schon lange. Konkrete Pläne für das Mobilitätsmanagement wolle man laut Kespohl im Oktober vorstellen. Je nachdem, wie gut die E-Scooter von den Bonner Telekom-Mitarbeiter genutzt werden, überlege man, auch Standorte in anderen Städten wie Berlin und Hamburg auszurüsten.