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Geschichten, die Mut machen: Pädagogin liest in der Engelsbachschule

Geschichten, die Mut machen : Pädagogin liest in der Engelsbachschule

Ein Jahr weniger Zeit haben G8-Kinder, um "fertig" zu werden, und das sorgt bei manchen Eltern für Verunsicherung. Wie schnell muss mein Kind lernen?

Auch diese Frage war Thema, als Ingrid Kansy, Grundschulpädagogin mit 40-jähriger Berufserfahrung, am Donnerstag ihr Buch "Hilf mir, das Lernen zu lernen!" vorstellte. Viele Eltern waren in die Engelsbachschule gekommen, um die Anekdoten der leidenschaftlichen Montessori-Pädagogin zu hören, die 23 Jahre lang Leiterin der Bonner Marienschule war. Ihre Erlebnisse mit Außenseitern, Abgewiesenen und fordernden Akademikereltern hat sie in anschaulichen, anonymisierten Geschichten beschrieben.

Da ist Klassenclown Michael, der erst Halt findet, als eine Erstklässlerin ihm uneingeschränkt Vertrauen schenkt. Oder Hatice, das scheinbar schüchterne Migrantenkind, das seinen Geburtstag vorverlegt, um mit anderen in Kontakt zu kommen. "Mutmachgeschichten" nennt Kansy ihre Schilderungen. Sie will Eltern und Lehrer darin bestärken, im Umgang mit den Kindern langen Atem zu beweisen. In der Engelsbachschule, in der sie selbst unterrichtet hat, rannte sie offene Türen ein.

"Frau Kansy hat mich mit den Ideen Maria Montessoris sozusagen infiziert", sagte Schulleiterin Barbara Maudet. "Bonn war pädagogisch immer schon fortschrittlich", freute sich die Autorin über Empfang und Anerkennung, "aber auf ganz NRW bezogen sehe ich noch Verbesserungspotenzial." Ihr Buch soll als Mosaikstein dazu beitragen.