Einweihung an der Springmaus in Bonn: Fassade mit Hanns Dieter Hüsch und Roger Willemsen

Einweihung an der Springmaus in Bonn : Fassade mit Hanns Dieter Hüsch und Roger Willemsen

Das Haus der Springmaus hat ein neues Gesicht – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Eigentlich sind es sogar zwei: Auf der neu gestalteten Fassade des Kleinkunsttheaters sind von nun an die Porträts der Künstler Roger Willemsen und Hanns Dieter Hüsch zu sehen.

Die frisch verzierte Hauswand wurde jetzt offiziell eingeweiht. „Ich finde, dies ist eine der schönsten Formen der Ehrung, die mein Mann je bekommen hat“, sagte Christiane Rasche-Hüsch, Witwe des 2005 gestorbenen Kabarettisten und Schriftstellers. „Ich finde die Darstellung modern und sehr gut getroffen.“

Für Theaterleiter Andreas Etienne war es eine Herzenssache, Hanns Dieter Hüsch an der Fassade zu verewigen. „Für mich hat es ganz klar emotionale Gründe“, sagte er. „Als wir vor mehr als 30 Jahren unser Theater in dem ehemaligen Gemeindekeller der katholischen Jugend an der Oxfordstraße eröffneten, hatten wir schwer zu kämpfen.“ Nur wenige hätten das kleine Schauspielhaus ernst genommen, so Etienne.

Doch das änderte sich, als Hüsch ein Gastspiel in der Springmaus gab. „Danach wandelte sich unser Ruf“, erinnerte sich Etienne. 1993 zog die Springmaus wegen der gestiegenen Anfrage schließlich an die Endenicher Frongasse.

Kabarettist Hüsch blieb dem Theater weiterhin treu, trat dort häufig auf und war lange Ehrenvorsitzender. Auch das Gesicht des in diesem Jahr an Krebs verstorbenen Publizisten und Moderators Roger Willemsen wurde überlebensgroß auf die Hauswand gemalt. „Er war oft bei uns auf der Bühne zu Gast“, sagte Etienne. „Er war gebürtiger Bonner und hat sehr viel für uns geschrieben.“

Die Konterfeis wurden mit einem Sprühverfahren auf die Fassade aufgebracht. „Wir haben zuerst Schablonen angefertigt“, sagte Fassadengestalter Thomas Stolz. „Dann haben wir die Porträts mit Hilfe von Airbrush-Pistolen an die Wand gesprüht.“

Durch das Design soll der Effekt entstehen, dass die Gesichter mit der Fassade verwoben sind und nicht wie Bilder an den Wänden hängen, so Stolz. Die Kosten für die Neugestaltung lagen bei etwa 30 000 Euro und wurden von den Vermietern des Hauses getragen.

Aber nicht nur an der Fassade hat sich was getan: Auch der Ticketshop des Theaters wurde für 4500 Euro renoviert und erstrahlt jetzt in neuem Glanz. Bald soll auch die rund 25 Jahre alte Klimaanlage ausgetauscht werden. „Das Ding fällt ständig aus, unser Techniker muss manchmal während der Vorführungen auf das Dach klettern und die Anlage mit ein paar beherzten Hammerschlägen wieder zum Laufen bringen“, ärgerte sich Etienne.

Eine neue Klimanlage würde 90 000 Euro kosten. Der Theaterchef hofft deshalb, die Finanzierung mit den Vermietern und der Stadt teilen zu können. Gespräche dazu laufen.

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