Streit vor dem Bonner Amtsgericht: Nachbar sperrt Katzen mit Gitter aus

Streit vor dem Bonner Amtsgericht : Nachbar sperrt Katzen mit Gitter aus

Das Jammern ihrer beiden Katzen Lilli und Adinn war groß, als eines Tages die Fenster im Keller vergittert waren, über die sie in den Garten des Dreiparteienhauses ein- und ausgehen konnten. Ein Nachbar aus dem Parterre hatte die Katzen kurzerhand ausgesperrt.

Dem Mann waren die beiden Katzen der Nachbarin aus der zweiten Etage, die durch seine Anlage spazierten, offenbar ein Dorn im Auge. Am 19. August griff er zu Steinbohrer, Schrauben und Dübel und schraubte eigenmächtig ein Gitter vor die Kellerfenster. Die Katzenhalterin jedoch will diesen „Katzenknast“ nicht hinnehmen und hat sich mit einer Einstweiligen Verfügung an das Bonner Amtsgericht gewandt: Der Nachbar solle dazu verurteilt werden, die Gitter wieder zu entfernen.

Immerhin habe der Vermieter die Katzenhaltung in dem innerstädtischen Altbau erlaubt: Lilli lebe bereits seit zehn Jahren in dem Revier, und auch Adinn ist hier schon acht Jahre zu Hause. Beide seien es gewohnt, tagsüber vom Keller aus über eine elektronische Katzenklappe rein- und rauszuspringen. Auch hätten sie in ihrem Kellerraum, so die Klägerin, beheizbare Katzenhäuser und ein Katzenklo. Zur Nachtzeit ziehen Lilli und Adinn dann zu Frauchen in die zweite Etage.

Angefangen habe die Kampfansage gegen ihre Katzen bereits Ende Juni, so die Klägerin. Da habe der Nachbar zunächst versucht, den Weg in den Garten mit Betonblöcken, Spaliergittern, Pflanzkübeln und schließlich auch noch mit Netzen, die mit Eisenketten gesichert wurden, zu verhindern. Aber der Grenzwall war wohl nicht dicht genug: Die Tiere hatten dennoch ihr Schlupfloch gefunden.

Aber mit der professionellen Vergitterung der Fenster war dann Schluss: Die Katzenhalterin hatte am „Tattag“ sogar die Polizei gerufen, aber die Beamten zogen schnell wieder ab, mit dem Hinweis, das sei ein Fall für die Zivilgerichte. Schließlich legte die Klägerin sogar persönlich Hand an und durchtrennte mit einem Bolzenschneider die Gitterstäbe, bis Lilli und Adinn wieder durchkamen. Mit dem Hilfseinsatz für ihre Lieblinge kassierte sie zudem noch eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung.

Denn auch für die Halterin ist der Jammer ihrer Katzen groß: Seitdem ihre Tiere eingesperrt seien, würden sie durchdrehen, würden „Protestkot und Urin“ in ihrer Wohnung hinterlassen, „sich gegenseitig anfauchen und über Tische und Bänke springen.“ Jetzt hofft sie auf eine schnelle Entscheidung des Gerichts – zu ihren Gunsten natürlich.

AZ: AG Bonn 112C 182/16

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