Bonner Ärzte wollen Jungen aus dem Kosovo helfen: Das Leben von Besim hängt am seidenen Faden

Bonner Ärzte wollen Jungen aus dem Kosovo helfen : Das Leben von Besim hängt am seidenen Faden

Der dreijährige Besim aus Majac im Kosovo ist todkrank und benötigt schnell Hilfe. Ärzte der Unikinderklinik in Bonn wollen ihn nun nach Deutschland holen.

Besim wird jeden Tag schwächer, mittlerweile ist er kaum noch ansprechbar. Der dreijährige Junge leidet an einer Nierenerkrankung und kämpft seit mehreren Wochen in Krankenhäusern in Albanien und Kosovo um sein Leben. Jetzt will eine Bonner Initiative das Kleinkind zur Behandlung nach Deutschland holen. Doch dafür fehlt das Geld.

„Für die Behandlung des Jungen werden zunächst rund 32.000 Euro benötigt“, sagt Professor Bernd Hoppe von der Unikinderklinik Bonn. „Die letzten Wochen lag Besim im Krankenhaus Mutter Teresa in Tirana.“

Die Versorgung dort wäre leider den Umständen entsprechend nicht adäquat möglich, so Hoppe. „Besim bekommt seit Monaten mehrmals die Woche eine Dialyse über einen Zugang, der eigentlich nur für rund ein bis zwei Wochen gelegt werden sollte“, sagt Hoppe. „Was der Junge bräuchte, wäre ein vernünftiger Zugang zum Dialysieren und im zweiten Schritt eine Transplantation.“

Die Krankheit des Jungen ist tückisch: Ihm fehlt ein Enzym in der Leber, das Oxalat abbaut. Oxalate sind Salze, die sich beim Stoffwechsel bilden. „Dadurch, dass Besim das Oxalat nicht abbauen kann, setzt es sich über den Blutkreislauf überall im Körper fest, es lagern sich Kristalle ab“, erklärt Hoppe.

Am Ende würden diese Kristalle Besims Körper verkalken lassen. Bislang wurden zudem drei Nierensteine entfernt. Durch die Dialyse kann das Blut zumindest teilweise vom Oxalat gereinigt werden. „Das ist aber nur Spielen auf Zeit“, sagt der Mediziner. „Die Blutoxalatkonzentration steigt trotzdem an, weitere Schritte sind dringend notwendig, um Besims Leben zu retten.“

Besims Eltern sind arm. Sie wohnen in Majac, einem Dorf in Kosovo und haben neben Besim noch vier weitere Kinder. „Dass er sterben könnte, erfüllt uns mit großem Schmerz“, sagt Vater Fatmir Kurtolli. Er versucht, seine Familie mit Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten, während sich seine Frau Habibe um die Geschwister kümmert.

In ihrer Verzweiflung brachten sie Besim ins Nachbarland Albanien, wo die Behandlungsmöglichkeiten besser sind als im Kosovo. Doch Anfang der Woche erreichte die Familie eine Hiobsbotschaft: „Unser Kind wurde jetzt aus dem Krankenhaus in Tirana entlassen, weil das Geld fehlt“, sagt Kurtolli. „Jetzt liegt er in Priština im Kosovo, und die Ärzte trauen sich nicht, ihn zu behandeln, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen.“

Zusammen mit dem Bunten Kreis Rheinland, der schwerkranke Kinder und deren Familien betreut, will Hoppe das Kleinkind jetzt nach Deutschland holen. Doch für Transport, Operationen, Dialyse und Betreuung der Familie und des Patienten sind dringend Spenden notwendig.

Wer spenden möchte, kann sich unter 02641/8097733 oder mit einer Mail an info@bunterkreis.de melden.

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